Gesundheit

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Johanniskraut

Echtes Johanniskraut (Hupericum perforatum) Familie der Hypericaceae (früher Hartheugewächse)Echtes Johanniskraut (Hupericum perforatum) Familie der Hypericaceae (früher Hartheugewächse)Das Echte Johanniskraut ist eine ausdauernde Pflanze mit stark verästelter Wurzel mit mehreren geraden, oft rötlich braunen, glatten zweikantigen Stängeln. Die oval-eiförmigen bis länglich-geraden Blätter sind mehr oder weniger sitzend, gegenständig angeordnet und mit durchsichtigen Drüsen besetzt. Die Blüten sind homogene „Pollen-Scheibenblumen“ in zusammengesetzten Dichasien mit Schraubeln, im oberen Bereich des Stängels angesiedelt, recht groß und grell gelb. Die Frucht ist eine geriefte dreifächrige Spaltkapsel und der oberständige Fruchtknoten ist in drei Fächer unterteilt.

 

Die Blütezeit ist Juni bis August. Die Erntezeit für die Früchte erfolgt zwischen September und Oktober.

Für Heilzwecke wird das Johanniskraut während der Blütezeit geerntet, wobei der obere Teil der Pflanze zwischen 25 und 30 cm mit einem Messer abgesägt wird. Getrocknet wird das Kraut entweder in einer Trocknungsanalage oder auf Dachböden mit guter Ventilation, wobei das Kraut in dünner Schicht auf Papier oder Stoff ausgebreitet und oft gemischt wird. Manchmal wird das Kraut in kleine Bunde zusammengebunden und zum Trocknen im Schatten aufgehängt. Die Aufbewahrungszeit beträgt drei Jahre.

Gemäß wissenschaftlicher Daten, enthält das Johanniskraut biologisch aktive Inhaltsstoffe. Die wichtigsten sind Gesamt-Hypericine (0,4 Hypericin, Pseudeohypericin und ähnliche Substanzen). Deswegen werden die Extrakte des Johanniskrauts als natürliche Antidepressiva benutzt. Auch enthalten sind Flavonoidverbindungen, ätherische Öle, Gerbstoffe, organische Säuren, Vitamine und Mikroelemente (Mangan, Zink).

Das Johanniskraut hat einen angenehmen Geruch und bitteren Geschmack. Sein deutscher Name bezieht sich auf Johannes den Täufer, da die Pflanze um den Johannistag (24. Juni) herum blüht.[1]

Die russische Volksmedizin zählt das Johanniskraut zum „Kraut gegen 99 Krankheiten“.

In der Volksmedizin wird das Johanniskraut für die Heilung verschiedener Krankheiten verwendet, u.a. folgende: Magen-Darm-Erkrankungen, Kolitis, Diarrhö, Frauenkrankheiten, Lebererkrankungen und Erkrankungen der Gallenblase. Außerdem, bei Kopfschmerzen und Übelkeit, Zystitis, Enuresis, Tuberkulöse, Magengeschwüren und Geschwüren des Zwölffingerdarms, Prostatitis, Radikulitis, Hämorriden, Akne, Furunkel. Das Johanniskraut wird als tonisierendes, blutstillendes und entzündungshemmendes Mittel eingesetzt, auch bei verschiedenen Erkältungserkrankungen. Es wird versucht das Johanniskraut zur Behandlung von AIDS einzusetzen.

Das Johanniskraut erhöht die Sonnenlichtempfindlichkeit. Es ist nicht ratsam nach der Einnahme von Präparaten, die auf Johanniskrautbasis hergestellt wurden, sich dem direkten Sonnenlicht auszusetzen.

Das Johanniskraut ist eine leicht giftige Pflanze (mittleres toxisches Stadium), deswegen ist es nicht ratsam es in großen Mengen und für längere Zeit einzunehmen.

METHODEN DER ZUBEREITUNG UND DIE ANWENDUNG

Aufguss: 10 g des getrockneten Krauts mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen und 30 Minuten ziehen lassen. Es werden täglich 4-6 Mal jeweils 1 EL nach dem Mittagessen bei o.g. Erkrankungen eingenommen.

Tinktur: 20 g des getrockneten Johanniskrauts mit 0,5 l Wodka aufgießen und 15 Tage stehen lassen, danach durchseihen. 3 Mal täglich 30 Tropfen mit Wasser (30-50 ml) einnehmen. Wird auch als Mundspülung benutzt.

Öl: das frische Johanniskraut mit Oliven- oder Sonnenblumenöl (1:4) aufgießen und 21 Tage in der Sonne stehen lassen, danach durchseihen und kühl aufbewahren. Wird auch bei Verbrennungen zur Schmerzlinderung benutzt. Das Johanniskrautöl hilft dabei, dass nach Verbrennungen keine tiefen Narben bleiben. Es wird auch bei eitrigen Wunden, Hautentzündungen und bei Schnupfen benutzt.

 

Alexander Tripolskij (Hannover)

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

Alle Angaben ohne Gewähr

 


[1] Der Russische Name des Johanniskrauts – Зверобой (Zveroboj) bedeutet „Tierschlachter“, stammt aber vom kasachischen Wort „dzheraboj“ – „Wunden heiler“.

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