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Integrationszentrum Mi&V e.V. – Mitarbeit und Verständigung

Gewalt in der Familie

Ist der Manneifersüchtig? Machter Sie mit Verdächtigungen fertig? Droht mit einer Abrechnung? Wenn der Mann die Frau schlägt, bedeutet das, dass er sie liebt?..

 

„Halt es aus, ist doch der Alltag,- wurde der der Frau gesagt, – er ist doch dein Mann, der Vater deiner Kinder!“ Und die Frau konnte auch nirgendwo hingehen, alle kennen die Situation mit den Wohnungen in unserer ehemaligen Heimat.

Lange Zeit war es für eine Frau in Deutschland schwer qualifizierte Hilfe zu bekommen. Natürlich, kam die Polizei nach Anruf der Frau oder der Nachbarn und warnte den Randalierer, und im Fällen von offensichtlicher Aggression von seitens des Mannes wurde er sogar mitgenommen. Aber nach einiger Zeit kam er zurück in die Wohnung und alles fing von vorne an. Die Frau musste auf die Gerichtsverhandlung warten und am Ende welcher er üblicherweise eine Geldstrafe bekam, was eine faktische Bestrafung für die ganze Familie und ein Grund für neue Vorwürfe war.

Wenn die Frau die Scheidung verlangte, dann musste sie aus eigener Kraft den Mann aus der Wohnung jagen oder für sich und ihre Kinder eine neue Wohnung suchen. Moralisch und physisch ausgelaugt konnten nicht alle Frauen selbständig mit allen formallen Prozeduren umgehen. Das führte dazu, dass der Mann seine Straflosigkeit ausnutzte und noch mehr freie Hand bekam.

Mitte der 90er Jahre wurden von städtischen und gemeinschaftlichen Organisationen Beratungsdienste ins Leben gerufen, wo alle Opfer der häuslichen Gewalt eine Hilfe bei allen Fragen bekommen konnten.

Wenn man von der Gewalt in der Familie spricht, dann darf man nicht vergessen, dass Männer, auch wenn sehr wenige, auch manchmal Opfer ihrer despotischen Frauen werden.

Das Gewaltschutzgesetz, das am 01.01.2012 in Kraft trat, verfestigt vor allem die Rechte des Opfers, ob Mann oder Frau, aber auch die Straf- und Erziehungsmaßnahmen hinsichtlich des Angreifers. Aber 95% derOpfersindjedochFrauen.

Gewalt in der Familie sind nicht nur Schläge, sondern auch Beleidigungen, Erniedrigungen, Drohungen, Sexnötigung, Sachbeschädigung, das Streben nach Unterwerfung der Frau, Verfolgung und Druckausübung.

Leider, wenn man mit Gewalt in der Familie in Berührung kommt, beruhigen sich oft ausländische Frauen, wenn sie von temporären Schwierigkeiten sprechen, die mit der Umsiedlung in ein fremdes Land zusammenhängen, mit dem Verlust des früheren Status und der Notwendigkeit der Integration ins neue Leben.

Frauen, nehmt die rosarote Brille ab! Die Erfahrung zeigt, dass Randallierer meistens sich nicht ändern, wie lange sie auch schwören und um Verzeihung bitten.

Das Gesetz bietet Unterstützung all den Frauen an, die versuchen mit der Gewalt in der Familie abzuschließen, all denen, die ihre Familie behalten möchten und all denen, die schon unwiderruflich eine Scheidung wünschen. Aber in jedem Fall muss die Frau dem Mann zeigen, dass sie nicht schutzlos ist und auf keinen Fall mit der Gewalt und all seinen Äußerungen einverstanden ist.

Also, wie sehen die Möglichkeiten des neuen Gesetzes aus?

Die Polizei, die zum Tatort kommt, hat das Recht den Schuldigen aus der Wohnung für 14 Tage zu verbannen. Der Anruf über die 110 ist von allen Telefonen kostenfrei.

03.08 BN 168

Polizeiliche Festnahme.

Dabei werden dem Mann die Schlüssel weggenommen, und er, seinerseits, bekommt einen Hausverbot für eine bestimmte Zeit für die Wohnung. Er kann nur die notwendigen persönlichen Dinge mit sich nehmen. In dem Fall, wenn der Mann bis zu der Hausverbotsfrist mit Gewalt versucht in die Wohnung einzudringen oder auf eine andere Art die Frau bedroht, dann kann sie wieder die Polizei rufen, und dann wird ihrem Mann ein Dach über dem Kopf im Gefängnis gewährt.

Wenn die Frau entscheidet ein selbstständiges Leben anzufangen, ermöglicht ihr das Gesetz an das Amtsgericht oder an das Familiengericht (wenn in der Familie Kinder sind) zu wenden mit der Bitte über den Rauswurf des Gewalttäters auf eine Dauer von sechs Monate aus der Wohnung. Das ist in dem Fall möglich, wenn der Mann selber die Wohnung mietet oder sie besitzt. Im Laufe diesen halben Jahres müssen die Eheleute alle wichtigen rechtlichen Fragen und Wohnverhältnisse klären. Die Scheidung kann nur von einem Anwalt durchgeführt werden, deswegen muss die Frau von Anfang an sich an einen wenden.

Das Gesetz schützt die Frauen vor Verfolgung auch außerhalb der Wohnung. Das Gericht kann einen Beschluss erlassen, welcher dem Schuldigen verbietet, gegen den Willen der Frau, sich ihr zu nähern, sie anzurufen oder jeglichen Kontakt aufzunehmen. Im Falle der Zuwiderhandlung des Gerichtsbeschlusses wird der Schuldige strafrechtlich verfolgt, wobei die erlassenen Gerichtsbeschlüsse, unter anderem auch die Geldstrafen, nur ihm auferlegt werden und keineswegs seiner Familie und den Kindern. Wenn die Frau sich zu Hause unsicher fühlt und eine ständige Angst empfindet, dann kann sie sich an ein Frauenhaus wenden. Dort können sich die Frau und ihre Kinder in Sicherheit fühlen. Die Telefonnummer kann man bei der Polizei oder auf der Beratungsstelle erhalten.

Für den Fall, wenn die Frau schnell verschwinden muss, wird empfohlen die wichtigen Papiere, das Bargeld und die notwendigen Sachen im Voraus vorzubereiten und an einem sicheren Platz zu verstecken. Im Frauenhaus kann die Frau bei allen Fragen von den Sozialarbeitern Hilfe erhalten und wenn notwendig auch einen Dolmetscher.

Wenn es noch nicht so weit gegangen ist, dass die Frau doch noch über ein mögliches gemeinsames Leben nachdenkt, dann gibt es verschiedene Beratungsstellen, die beiden Eheleuten Hilfe leisten können. Man sollte auch als Schuldiger nicht auf Beratung verzichten, denn die Mitarbeit wird als Zeichen der Reue angesehen (die Reue muss aufrichtig sein), als Begreifen der Tat kann auch als Strafmilderungsgrund angesehen werden.

Wenn Sie nicht selber mit der Situation in der Familie umgehen können – dann warten Sie nicht unendlich, haben Sie keine Angst die dreckige Wäsche zu waschen und holen Sie sich auf jeden Fall Hilfe!

 

 

Elena Schultheits (Hannover)

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

Foto V.S.

 

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Elena Schultheits (Hannover)

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