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Der deutsche Kampf mit dem russischen Akzent.

Bei der Sportart Freistilringen hält Russland sicher die Palme des Titels auf der Weltbühne. Dabei wird die russische Nationalmannschaft in dieser Sportart stets von Talenten aus der kleinen kaukasischen Republik Nordossetien versorgt, wo die Menge der legendären Athleten rekordverdächtig ist.

13 olympische Sieger schenkte der Welt diese Ecke, von denen 9 Freistilringer sind! Unter ihnen auch der dreifache Sieger der Spiele Arthur Taimazov, der in seiner Gewichtkategorie keine Ebenbürtigen hat, die zweifachen Sieger Soslan Andiev, Maharbek Hadarzev und Arsen Fadzaev…

 

Deswegen wird diese Wettbewerbsdisziplin schon seit Langem in der Republik als nationale Sportart bezeichnet, und Tausende von Jungs, dem Beispiel ihrer herausragenden Landsleute zufolge, streben danach sich gerade im Freistilringen zu realisieren. Es ist nicht verwunderlich, dass unter diesen Jungs sich eine unglaubliche Konkurrenz um den Platz in der Wettbewerbssonne entwickelt. Und nicht alle können ihre Chancen in der russischen Nationalmannschaft realisieren. Deswegen nehmen viele Sportler Jobangebote von ausländischen Teams an.

So – verschiedene Teams der deutschen Bundes- und Oberliga im Freistilringen repräsentieren vier Ossetier: Ibrahim Aldatov (Club „Köllerbach“), Taimuraz Tigiev („Mömbris-Königshafen“), Soslan Gagloev („Weingarten“) und Saba Hubezhty („Nenndingen“). Und der letztere von ihnen ist ein echter Held der in Februar vergangenen Clubmeisterschaft in Deutschland im Freistilringen. Genau dank dem Sieg in dem letzten Kampf der Meisterschaft in der Gewichtsklasse unter 74 kg ist das Team des kleinen süddeutschen Dorfes Nenndingen mit einer Einwohnerzahl von 2800 Sieger geworden.

Die deutsche Clubmeisterschaft fing im Oktober des letzten Jahres an und daran nahmen 18 Teams teil. Nach der erfolgreichen Absolvierung des Stadiums des Gruppenturniert Play-Off, kamen zwei Teams ins Finale: „Club „Deutschland“ der Stadt Weingarten, der des Öfteren deutscher Sieger war, und „Nenndingen“.

Im ersten Kampf, der am 8. Februar stattfand, siegten mit großem Unterschied die Kämpfer von „Nenndingen“. Eine Woche später in der Stadt Schwenningen, auf dem Gebiet des Sportobjekts „Helios-Arena“, trafen sich die Teams wieder bei einem Kampf. Und obwohl die „Helios-Arena“ eigentlich ein Eispalast ist, war hier am 16. Februar sehr heiß.

Die Einzelkämpfe fanden ziemlich emotional statt, mit einer Zuschauermenge von mehr als 6100 Menschen! Die deutschen Fans kennen nur eine Clubmeisterschaft im Freistilringen, der so ein großes Publikum versammelte. Das war das Finale des Turniers in 1984, als in Stuttgart um den höchsten Kämpfertitel Deutschland die Teams der Städte Aalen und Schieferstadt ringten. Damals beobachteten acht Tausend Zuschauer in der Sporthalle „Schleierhalle“ die dynamische Show.

Die Kämpfer erfüllten die Erwartungen ihrer Fans und schenkten ihm eine interessante sportliche Show. Abwechselnd führte erst der eine dann der andere Club, wonach letztendlich das Wettkampftreffen bei einem Gleichstand in der Summe von zwei Kämofen 32:32 beendet wurde. Jedoch nach zusätzlichen Kennziffern wurde als deutscher Siegel „Nenndingen“ ausgerufen.

Die entscheidenden Punkte brachte diesem Team der ossetinische Freistilringer Saba Hubezhty, der im finalen Kampf des Zweiringkampfes mit Sicherheit seinen Gegner Georg Hart besiegte (der Sportler georgeanischer Herkunft Georgij Tschchartischwilli, der seinen schwer aussprechbaren Nachnamen „vereinfachte“). Schon in der ersten Runde erlangte der Legionär aus Russland absolute Überlegenheit mit einem Ergebnis von 5:0, und im Großen und Ganzen endete der Wettkampf mit einem Stand von 6:2 zu Gunsten von Hubezhty.

Jedoch war sein Sieg gar nicht so wolkenlos. Nach dem Ende des Kampfes verlangten die Clubmitglieder von Weingarten, in dem Versuch die Bedingungslosigkeit dieses Ergebnisses der Gegenüberstellung auf dem Teppich anzufechten, die Überprüfung der Schiedsrichterentscheidung, nach dem Analysieren des Videomaterials der Streitmomente. Aber auch die Videos bewiesen, dass Saba Hubezhty absolut rechtmäßig zum Sieger gekürt wurde. Und dann ist der ganze Saal in Beifall explodiert, die Fans strömten in die Arena, um dem sportlichen und Trainerteam des Clubs „Nenndingen“ zu gratulieren.

Übrigens, der Landsmann von Saba Soslan Gagloev, der das Team von „Weingarten“ vertrat in der Gewichtskategorie unter 120 kg, erlange ebenfalls einen glänzenden Sieg mit einem Stand von 8:0 über seinen Gegener Nikolaj Cheban. Jedoch haben diese Punkte des Sportlers aus Ossetien dieses Mal seinem Team nicht zum ersten Platz verholfen.

– Einen angespannteren Wettkampf konnte man sich gar nicht vorstellen, – sagte dem Reporter der Zeitung „Schwäbische Zeitung“ der Trainer von „Nenndingen“ Volker Hirt, der unglaublich von dem Sieg seiner Schüler beflügelt wurde.

Und wirklich, die Intrige des Turniers, wer denn Sieger werden wird, blieb bis zur letzten Minute. „Ich vermutete, dass der Führende nur nach dem Ergebnis des finalen Kampfes bestimmt wird,- sagt Volker Hirt, der das Team von „Nenndingen“ schon länger als acht Jahre trainiert. – Und ich wusste: ich kann auf Saba Hubezhty hoffen, dass er den entscheidenden Kampf gewinnt.“

Volker Hirt und sein Helfer bei der Trainerarbeit Mark Buschle schafften es aus Einzelkämpfern, viele von welchen aus dem Ausland eingeladene Sportler sind, ein geschlossenes Team zu bilden. Deswegen, während der Verleihungszeremonie des Turniercups riefen die Männer des Clubs laut: „Wir sind alle Nenndinger Jungs!“

In dieser Einigkeit sieht auch der Präsident der Föderation des Sportwettkampfes Deutschlands Manfred Werner einen wichtigen Faktor: „Nenndingen intrigiert erfolgreich ausländische Kämpfer, sie trainieren mit dem Team und kommen nicht einfach hierher, um an den Wettkämpfen teilzunehmen. Und wir sehen das Ergebnis: die entscheidenden Punkte zu Gunsten des Clubs brachten gerade Stars aus Osteuropa“.

Man sollte anmerken, dass zum Team des Clubs „Nenndingen“ talentierte deutsche Athleten gehören, wie z.B. der ziemlich gut bekannte Kämpfer Frank Stäbler, einer der besten Freistilringer Deutschlands, dessen höchster Verdienst der fünfte Platz bei den Olympischen Spielen in London ist.

 

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Saba Hubezhty. Foto von Minmolsport von Nordossetien.

 

Zurück zum neuen deutschen Meister aus Nordossetien, können wir anmerken, dass Saba Hubezhty auf zwei Ebenen auftritt – nicht nur für Deutschland, sondern auch für Russland. Und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass sofort nach seiner Ankunft in die Heimat er noch an einem wichtigen Turnier teilnehmen musste – Der Cup von Russland im Freistilringen, der in Naltschik stattfand. Und dort hatte der Sportler ebenfalls Glück: Saba Hubezhty erhielt den ersten Platz auch in diesem Wettkampf. Übrigens, im sportlichen Aktiv des Kämpfers gibt es nicht nur Siege in inländischen russischen und deutschen Wettkämpfen, sondern auch auf internationalen Turnieren. Z.B. in 2011 gewann er den Weltcup.

– Alle drei Monate vor diesen beiden Turnieren, trainierte ich auf sehr hohem Niveau, – kommentiert seine erfolgreichen Auftritte auf den Wettkämpfen Saba Hubezhty, – zuerst unter der Leitung meines persönlichen Trainers in Russland Wjatscheslaw Bagaev, und dann in Deutschland im Team von Volker Hirt. Mit meinen Ergebnissen bin ich natürlich sehr zufrieden. Zum Ende des deutschen Clubwettkampfes war ich mir praktisch sicher, dass wir siegen werden. Aber als ich meine Annahmen mit meinen Trainern und Kollegen im Team diskutierte, glaubten die mir nicht, hatten Angst mir zu glauben. Denn zu diesem Moment war das für sie nichts mehr als ein Traum, dass „Nenndingen“ Landesmeister wird. Aber, wie in diesem alten Lied gesungen wird: „Wir sind geboren, um das Märchen ins Leben zu rufen!..“ Und ich bin der großen Armee von Fans, die mich unterstützen, unglaublich dankbar, was ich auch sagte, als ich mich an das Publikum auf Deutsch wandte. Ich erwartete nicht, dass in Deutschland der Wettkampf im Freistilringen so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Und der Fakt, dass ich einer der Sieger dieses Turniers wurde, freut mich sehr.

Und jetzt kann ich mir erlauben mich ein wenig zu entspannen. Ich bin nach Wladikawkas gefahren – nach Hause, zu meinen Brüdern. Aber viel Zeit habe ich nicht, um mich zu erholen, denn vor mir liegt die Teilnahme an wichtigen internationalen Turnieren der Serie „A“.

Übrigens, Sabas Bruder, Kachaber Hubezhty – auch ein ziemlich titulierter Athlet, der seit einigen Jahren für die Slowakei kämpfte, und jetzt die sportliche Ehre Russlands verteidigt. Nachdem er den Landeswettbewerb im Juni letzten Jahres gewann, wurde er außerdem als bester Kämpfer dieses Turniers anerkannt.

 

Diana Revazova-Maier.

Foto von Dorothea Hecht und Minmolsport von Nordossetien.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer.

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Diana Revazova-Maier

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