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An der Grenze des Betrugs (Der Fehler des Verkäufers oder ein durchdachtes kriminelles Schema?)

Unsere Redaktion bekommt eine Menge Leserbriefe mit Mitteilungen über „Missverständnisse“, die mit Falschberechnung, falschem Wiegen und dem Verkauf von Supermärkten von abgelaufenen Lebensmitteln.

 

Wir haben versucht, unserer Meinung nach die typischsten Szenen etwas zu verallgemeinern, um einen einfachen und Hauptsache nicht zu teuren für das Portemonnaie des Verbrauchers Ausweg aus ähnlichen wenig angenehmen Situation zu bieten.

 

Wir wollen gleich sagen, dass wir in dem Artikel keine konkreten Supermärkte benennen, wo die Verbraucherrechte verletzt wurden, sondern werden diese nur bedingt mit einigen Großbuchstaben ausweisen, denn wir hoffen, dass das keine böse Absicht der Leitung dieser kommerziellen Einrichtungen war, sondern nur die Auswirkung des berüchtigten „menschlichen Faktors“.

 

„Ein bisschen hier, ein bisschen da“

 

Unser Leser W. teilt mit, dass in einem bekannten hannoverschen Supermarkt (nennen wir diesen Laden bedingt MM) ein junger Kassierer versuchte, auf „ehrliche“ Weise ihn um ganze 5 Euro zu prellen. Und dabei kaufte er nur für 12 Euro ein!.. Selbstverständlich empörte er sich sofort an der Kasse wonach der flinke Kassierer sofort in den Bon Änderungen einfügte und sich für seinen „Fehler“ entschuldigte.

Der Verkäufer sagte irgendetwas Unverständliches darüber, dass er am Samstagabend sehr müde ist und die Augen nicht mehr offen halten kann. Aber W. hatte dabei ein starkes Gefühl des dreisten Betrugs von seitens des Verkäufers, und verdächtigte, dass der letztere einfach dachte des die „intelligente Brillenschlange“ den Betrug nicht merken würde. Aber nein, der „Vieräugige“ sah es, also musste man noch um Entschuldigung bitten. Der Vorfall war hiermit beendet, aber W. dachte, dass der flinke Verkäufer diesen „Trick“ auch mit anderen durchführen wird, mit den Kunden, die nicht so aufmerksam an diesem Samstagabend sind.

Übrigens, unser W. bemerkte nach diesem Fall mit dem Versuch der Prellung, dass der flinke junge Mann nicht mehr an der Kasse dieses Supermarktes arbeitet, sondern in den Verkaufssaal versetzt wurde um dort die Waren in die Regale einzuordnen. Offenbar beschwerte sich jemand über die „Gaunerhaftigkeit“ des Kassierers bei der Administration dieser Einrichtung. Wie man so schön sagt, auch ein Erfahrener Mensch kann Fehler machen.

 

„Störfleisch der zweiten Frische“

 

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Die Verpackungen von abgelaufenem Lachs im Ladenregal.

 

Unser Leser K schreibt, dass in einem der „russischen“ Läden in Minden er beinahe Störfleisch… entschuldigen Sie, Abschnitte von Räucherlachs „der zweiten Frische“ kaufte… Gut, dass er das Datum auf dem Aufkleber der Ware rechtzeitig sah – das Datum war der 27.07, aber es war der 29.07! Mit dieser Frage wandte er sich an den Administrator des Verkaufssaals und sie antwortete: ach, das ist doch geräuchert – die Ware geht nicht so schnell kaputt!.. Kurz gesagt, unser K. hat sich es einfach anders überlegt diesen wunderbaren Lachs „der zweiten Frische“ zu kaufen, und kaufte stattdessen geräucherte Makrele, womit er dann nach Hause ging.

 

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Das Datum auf der abgelaufenen Ware.

 

Aber jetzt passt er in diesem Laden sehr gut auf – er überprüft ausnahmslos alle Waren hinsichtlich ihres Ablaufdatums. Und trotzdem ist er wieder in eine Falle getappt – er kaufte einst ein weißes Brötchen und darin war, Sie werden es nicht glauben, Mäuse- oder Rattenkot… Wie kann man das so hinnehmen und nicht zumindest sich beschweren, wenigstens bei unserer Zeitung?..

 

„Goldene“ Bananen

 

Die Leserin M schreibt uns, dass im Supermarkt W., in Bad Nenndorf, sie einst zwei Kilogramm Bananen für ihre kleine Tochter kaufte, die krank war und schmollte indem sie abwechselnd Bananen, Ananas und Kaki verlangte. M. hatte damals nicht so viel Geld und deswegen kaufte sie so günstig wie möglich (zumindest dachte sie damals so).

 

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Bananen auf dem Supermarktregal.

 

Wie groß war ihr Erstaunen, als die Verkäuferin in der Kasse ganze 22 Kilogramm berechnete und der Preis dafür natürlich um einiges größer war. M. konnte zu dieser nicht gerade „goldener“ für sie Zeit nicht besonders gut Deutsch, vor allem das hiesige „Hochdeutsch“. So gelangte sie in diese komische Situation, – wie kann man, ohne mit der Wimper zu zucken, einen Kunden um ganze 20 Kilogramm prellen?.. Gott sei Dank, merkte sie das sofort, und die „Kassenschlangennachbarn“ halfen – sie erklärten der Kassiererin, was passiert ist, und es wurde sogar der Filialleiter gerufen.

Kurz gesagt, nachdem unser M. vom Kassierer und dem Filialleiter Entschuldigungen bekam, entfernte sie sich stolz mit erhobenem Kopf, aber seitdem kontrolliert sie in diesem Laden alle Bons und Waren mehrmals, und auch die Tochter ist älter geworden, spricht sehr gut Deutsch und jetzt können Mutter und Tochter nicht mehr so leicht veräppelt werden.

 

Telefonkartedazu

 

Die Leserin R. teilt mit, dass sie vor Kurzem in einem der Supermärkte in der Nähe von Bad Nenndorf (nennen wir diesen bedingt mit dem Buchstaben A) Lebensmittel für 10 Euro kaufte, denn mehr Bargeld hatte sie nicht dabei, und die Kreditkarte vergaß sie zu Hause. Aber an der Kasse erwies sich die Rechnung als doppelt so hoch. Sie konnte beim guten Willen diesen nicht bezahlen, deswegen fing sie an zu kontrollieren, direkt an der Kasse. Unsere R. ist beruflich ein Psychiater und bemerkte aus dem Augenwinkel, dass die Kassiererin beim Überprüfen irgendwie nervös wurde und anfing ihre Waren von der Kasse wegzuschieben, um den nächsten Kunden schneller bedienen zu können.

 

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Einkaufszentrum in der Nähe von Bad Nenndorf.

 

R. bemerkte, dass auf dem Kassenbon eine komische Summe auftaucht, 9,99€ wohl nur für eine Mobilkarte, die die Kundin nie gesehen hat. Sie erklärte diese „Merkwürdigkeit“ der Kassiererin und die wurde sogar fleckig im Gesicht, aber ohne Wiederworte änderte sie den Kassenbon und entschuldigte sich sogar. R. entfernte sich so schnell und so weit wie möglich von diesem Supermarkt – das Geld reichte, aber es blieb trotzdem ein ungutes Gefühl.

Denn das ist schon jenseits von Gut und Böse, bei einer Summe von 10 Euro noch genauso viel dazu zu addieren. Was hat die Kassiererin erwartet? Wahrscheinlich, dass der Kunde in Eile und unaufmerksam ist. Wohl predigt sie das bekannte Literaturprinzip „Schmiedet Geld, noch an der Kasse!“

 

„Wer ist schuld und was soll man machen“

 

Auf der Grundlage des oben erzählten empfehlen unsere Anwälte:

 

– wenn Sie sich im Verkaufssaal aufhalten, überprüfen Sie die Preise auf den Warenaufklebern und die Ablaufdaten bei den Lebensmitteln;

– verlangen Sie unbedingt vom Kassierer Ihren Kassenbon, das wird Sie von einer ganzen Reihe möglicher Probleme bewahren;

– überprüfe Sie unbedingt den Kassenbon, noch an der Kasse und vergleichen sie diesen mit Ihrer Liste der gekauften Waren;

– wenn ein Missverständnis auftaucht und sie geprellt wurden, sagen Sie das sofort;

– wenn der Verkäufer die Waren nochmal berechnet, so rufen Sie den Administrator des Verkaufssaals – in der Regel, wird die Streitfrage sofort geklärt;

– wenn Sie die Frage weder mit der Administration, noch mit der Leitung des Ladens klären konnten, bewahren Sie den Kassenbon auf;

– unsere Anwälte empfehlen im Fall der unmöglichen Klärung vor Ort, sich an die zu wenden, dessen Daten alle im Internet unter dem Link http://www.verbraucherzentrale.de/home vorzufinden sind.

 

Wenn Sie die Seite mit dem Namen Ihres Bundeslandes öffnen (oder darauf auf der Karte klicken), wählen Sie die richtige Abteilung, z.B. „Telefonberatung“. Hier ist der Link zu dieser Seite in Niedersachsen: http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/telefonberatung.

Wir listen hier nicht die Telefonnummern aller Dienste und Berater auf, denn die Liste wird viel zu lang, wir geben Ihnen nur die Nummer und die Arbeitszeiten des Dienstes, der sich mit Lebensmitteln beschäftigt (diese Telefonnummer ist auch für Niedersachsen gültig):

 

Tel-Nr.

Thema

Tag

Uhrzeit

0900 1 7979-05

Lebensmittel

Mo

10:00 – 14:00

 

Die Beratung kostet 10 Cent pro Minute (gültig aus dem deutschen Festnetz, sekundengenaue Abrechnung; aus den Mobilfunknetzen gelten die Tarife der jeweiligen Anbieter).

 

Hier muss man darauf achten, dass die Hotline kostenpflichtig ist – 10 Cent pro Minute, und es zählt nur ab dem Zeitpunkt, an dem Sie den Berater in der Leitung haben. In dem Portal der Verbraucherschutzzentrale hat man die Möglichkeit auch online beraten zu werden, also im Internet.

 

Vitalij Shnayder (Hannover)

Foto des Autors

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

 

 

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Vitalij Shnayder

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