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Paris – immer Paris?

In der UdSSR gab es früher die folgende kurze Anekdote: „Welcher Unterschied besteht zwischen einem Mann und Paris? Paris – immer Paris!“.

Mit den Männern hat sich in diesem Sinne seitdem nichts geändert. Es konnte auch nicht eigentlich. Was aber die französische Hauptstadt anbelangt…

 

 

Paris 5

 

In Paris, Anfang des 21. Jahrhunderts, leben ein wenig mehr, als zwei Millionen Einwohner. Demnach ist das die sechstgrößte Stadt in Europa. Aber es gibt noch so einen Begriff, wie „Das Große Paris“, in den Grenzen welchen, verschiedenen Bewertungen zufolge, insgesamt zwischen 10,5 und 12 Millionen leben.

Und das ist ein Problem.

 

Paris 7

 

Vor allem deshalb, weil Paris administrativ in 20 Stadtbezirke aufgeteilt ist, nummeriert vom Zentrum bis zur Peripherie spiralartig (und im Uhrzeigersinn), denen die PLZ von 75001 bis 75020 zugeteilt sind. Und jeder Bezirk, seinerseits, ist in vier Viertel aufgeteilt, während in jedem eine eigene Polizeidirektion ist. Afrikanische Einwanderer leben in ihrer Mehrheit im 18. und 19. Bezirken (vor allem in dem Viertel Chateau Rouge), in dem Viertel Belleville – Chinesen und Nordafrikaner. Der 13. Bezirk ist auch mit seinem Chinatown berühmt, und die Amerikaner lieben den aristokratischen 16. Bezirk. Das sind aber nicht alle ethnischen Gruppen, die heutzutage 20% der Bevölkerung der französischen Hauptstadt ausmachen.

 

Paris 8

 

Ja, einerseits, ist sehr bequem, wenn die Immigranten getrennt von den Einheimischen leben. Um die letzteren nicht mit andersartigen Bräuchen, der Mentalität und den Gewohnheiten zu reizen. Ganz zu schweigen von der Hautfarbe, dem Kleidungstil und sogar…dem Klang der Sprache. Die Lautstärke welcher bei einigen Völkergruppen zur Norm gezählt wird und andere glauben, dass sich die Menschen ständig miteinander streiten.

 

Paris 2

 

D.h., indem die einheimischen Pariser die Immigranten in getrennte Bezirke oder Viertel offensichtlich oder nicht so offensichtlich hinausdrängten, dachten sie… Heute interessiert es keinen, welche „guten“ Absichten seinerzeit hinter diesen Aktionen steckten. Denn nur heutzutage, in der Silvesternacht, wurden auf den Straßen von Paris mehr als Tausend Autos verbrannt. Und wer auch immer das getan hat, sie verbrannten sicherlich nicht ihre eigenen Autos oder die ihrer Verwandten oder Freunden. Und wohl eher auch nicht in ihrem eigenen Bezirk, ganz zu schweigen vom Viertel.

 

Paris 12

 

Selbstverständlich werden organisierte Touristenführungen nicht durch die Problemviertel gehen. Aber, erstens, gibt es auch selbständig reisende Touristen, und, zweitens, kann sich der Preis der Führungen ebenfalls unterscheiden. Und die, die sehr wenig zahlen, werden einquartiert in… Also, es ist klar wo.

Offensichtlich, unter anderem ist deshalb der erste Eindruck von Paris bei vielen ähnlich kurz und knapp: „Weiße Stadt mit schwarzen Gesichtern“. In diesem Ausdruck gibt es keinen Tropfen Rassismus oder direkte Andeutung auf ausschließlich Auswandere aus den afrikanischen Ländern.

 

Paris 10

 

In dem Unterbewusstsein vieler haben sich sehr stark die Stereotypen „Modestadt“, „Paris sehen und sterben“, „Ach, die Pariserinnen“ verwurzelt. Bezüglich der letzteren Aussage sage ich lieber gar nichts. Sterben nach dem Besuch von Paris wollte ich nicht, wie auch dort leben. Vor allem, wenn man die beinahe aufeinander geparkten Autos sah. Übrigens, bei der Größe der Parkplätze liegt Frankreich hoffnungslos hinter der Mehrheit der europäischen Hauptstädte. Und besondere Anstrengungen für die Verbesserung der Lage sind nicht zu beobachten, wie auch nicht zu hören.

 

 

Obwohl, trotz all der Nachteile, will man trotzdem nach Paris.

Sehr!

Durch die so bekannten Straßen und Plätzen durch die Bücher Dumas, Balzacs und Hugo zu schlendern. Mit seinen eigenen Augen den Eifelturm sehen, den Notre Dame, Les Invalides, Die Brücke Alexander III. Durch die Räume des Louvre, des Versailles spazieren. (Darüber werde ich irgendwann anders detaillierter erzählen.)

 

Paris 6

 

Einfach diebesonderePariser Luft einatmen. Nicht im Sinne seiner einzigartigen Sauberkeit oder der von anderen Städten unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung. Es liegt eher an der besonderen Energetik. Denn diese Stadt hat seit Jahrhunderten die Dichter und Maler, Schriftsteller und Komponisten inspiriert. Und was auch immer damit in der Zukunft geschieht, Paris bleibt Paris. Wie – das ist schon eher eine philosophische Frage.

 

Paris 4

 

Obwohl, als Modestadt zählt die Hauptstadt Frankreichs noch heute, aber eher traditionell. Oder in dem aristokratischen Milieu. Denn die Kleidung, die Schuhe, die Accessoires in anderen Ländern werden nicht schlechter hergestellt. Das könnte man auch anders ausdrücken. Der Autor dieser Zeilen, z.B., ist ein langjähriger Verehrer der Schuhe von Bugatti und Josef Seibel, und der Kleidung von Carlo Comberti. Die Qualität ist wunderbar, die Preise sind in der Regel nicht überteuert. Aber das nur so, als Info nebenbei.

 

Paris 3

 

Fotografieren während der unzähligen Führungen durch Paris war irgendwie schwierig. Denn überall sind genau die gleichen Personen: fotografieren, filmen. Und denken überhaupt nicht an den Komfort der anderen. Obwohl, dank diesem Fakt sind die Fotos nicht «vorzeigefähig“, die jedem Menschen seit jungen Jahren durch Bücher, Filme, Postkarten bekannt sind, sondern….solche, die nach Möglichkeit gemacht werden konnten. Wenn man die hohe Konkurrenz und den ständigen Zeitmangel berücksichtigt.

 Man konnte auch fast gar nicht bei dem einen oder anderen Gebäude oder Denkmal länger stehen bleiben. Wir waren ja eine Gruppe! Wir hatten einen Führungs-, Fahr-, Essens- und Übernachtungsplan. Und versuchen sie zurückzubleiben: keiner würde sie suchen. Eher…

 

Paris 11

 

Nichtsdestotrotz, schafften wir alles. Durch die Museen spazieren, auf der Seine fahren, und Froschpfoten essen. Nichts Besonderes übrigens. Ganz normales Fleisch.

Natürlich, nach solchen Fahrten wäre das Richtigste noch mindestens drei Tage Urlaub zu nehmen, um sich von der Reise zu erholen. Aber das, nur wer kann.

Jedenfalls, Eindrücke gab es über alle Maße. Außerdem waren wir auf dem Weg dahin auch in Luxembourg. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Foto des Autors

Boris Kunin

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Boris Kunin

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