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Charles Dickens und seine Welt

Dickens ist ein großer englischer Schriftsteller. Er könnte mit seiner Berühmtheit mit Shakespeare konkurrieren oder ihn sogar übertreffen. In die Welt von Dickens im Rahmen des Artikels wird man nicht eintauchen können, aber hoffentlich berühren.

 

 

Über die allgemeine Liebe zu dem Schriftsteller und ihre Gründe

Keiner kann mit Dickens in der Liebe, die ihn sein ganzes Leben lang (1812 – 1870) umgab, konkurrieren. Er wurde von der ganzen englischsprachigen Welt geliebt, aber nicht nur von England. In dem fernen Amerika und in dem noch weiter entfernten Australien wurde mit Ungeduld darauf gewartet, wenn das Schiff anlegt und eine weitere Ladung dünner blauer Bücher mitbringt: die Romane von Dickens wurden monatlich mit Fortsetzung gedruckt. Die Leser diskutierten einen Monat lang, welches Schicksal auf David Copperfield wartet, ob er Dora oder Agnes heiraten wird, was mit Florence geschehen wird. Die rauen, wettergebräunten Cowboys weinten, wenn sie über den Tod des kleinen Paul Domby lasen. Dickens erhielt eine Masse an Briefen, die Leser baten ihn nicht die kleine Nell zu töten, sie am Leben zu lassen. Ich wiederhole – das war eine allgemeine Liebe.

Die Berühmtheit von Dickens war unglaublich. Als er entschied mit der Lesung seiner Werke aufzutreten und sich das erste Mal mit seinen Lesern traf, war England im Rausch. Er beherrschte wunderbar die Schauspielkunst. Die Auftritte waren überfüllt. In Amerika, wo Dickens in 1842 auftrat, schliefen die Menschen bei Frost vor den Kassen auf den selbstmitgebrachten Matratzen, die Kellner brachten ihnen Essen aus den nahegelegenen Restaurants. Alle Säle waren zu klein, und letzten Endes, wurde ihm eine Kirche in Brooklyn zur Verfügung gestellt. Von der Altarbühne las er über die Abenteuer von Oliver Twist und die Geschichte der kleinen Nell. Die Altarbühne einem Schriftsteller zu überlassen ist unerhört. Aber er war Mr. Einzigartig. Das war wie ein Synonym für seinen Namen.

Als Dickens starb, wurde eine nationale Trauer ausgerufen. London erinnerte an eine Armee, die einen Krieg verloren hatte. Der Volksliebling wurde in der Ecke der Dichter in der Westminster Abbey beerdigt, in diesem britischen Pantheon, zwischen Shakespeare und Fielding.

Heute können wir nur schwer diese Liebe begreifen. Wir hatten andere Idole. Was war der Grund für diese allgemeine Liebe? Zu sagen, dass er ein großer Psychologe war, wie Dostojevskij, wäre falsch, obwohl es ein Buch gibt – „Baby Dorrit“, in welchem er Dostojevskij überragte. Zu sagen, dass er ein guter Kenner der weiblichen Seele war, wie Stendal oder Balzac, wäre auch falsch. Denn die weiblichen Images gelangen ihm am wenigsten. Zu sagen, dass er ein großer Stilist war, wie Flober, der in einem Text nebeneinander zwei Genetive entdeckte und danach hysterisch wurde, ist auch unmöglich. Viele Absätze seiner Prosa sündigen mit zu vielen Worten, sind nicht „geschleift“. Worin liegt also das Geheimnis?!

Dickens war besessen von dem Glauben an den Menschen. Dem Glauben, den heute die ganze Welt verloren hat. Er schämte sich nicht als den Helden einen Arbeiter, einen kleinen Menschen zu machen. Sie können widersprechen: russischen Schriftsteller, angefangen mit Puschkin und bis hin zu Dostojevskij, haben das Thema des „kleinen Menschen“ zum Leitthema gemacht. Sie erweckten Mitleid und Mitgefühl zu ihrem Helden, einem erniedrigten und beleidigten. Dickens erhöhte seinen Helden, gab ihm das Gefühl der eigenen Würde. Er erweckte weniger Mitgefühl, sondern mehr Respekt.

Dickens entdeckte die Romantik in der Alltäglichkeit, er poetisierte den Alltag im unpoetischsten Land. Er entdeckte die Poesie des Alltags für die, die zur ewigen Alltäglichkeit verdammt waren. Übrigens, hat unser Schagall nicht das Leben der jüdischen Städtle als ein Märchen gezeigt?! All diese fliegenden Figuren, Ziegen und Hähne auf den Dächern zusammen mit Geigenspielern – was ist das anderes als die Poetisierung der Alltäglichkeit.

Dickens erzielte in all seinen frühen Romanen die Bestrafung des Bösen. Entsprach das der Wahrheit des Lebens? Meistens nicht. Aber die Menschen wollten daran glauben und Dickens kam ihnen entgegen. Er hatte ähnliche Vorstellungen, wie das Volk. Er war immer auf der Seite der Benachteiligten, er war ihr Beschützer, ihr Anwalt. Daraus resultierte die allgemeine Liebe.

 

Aus welchem „Müll“ ist die Kunst Dickens entsprungen?

„Wie könnt ihr wissen aus welchem Müll die Gedichte entstehen, ohne Scham“, – sagte einst Anna Akhmatova. Die Erfahrung Dickens unterstützt ihre Aussage.  

Der künftige Klassiker wurde am 7. Februar 1812 in einer Vorstadt von Portsmouth geboren und wuchs in einer armen Familie auf. Sein Großvater war ein Butler, der sich den Titel des Kammerdieners erarbeitete. Seine Eltern waren gute und ehrliche Menschen, aber ziemlich liederlich. Sein Vater war ein kleiner Beamter, er liebte es so zu tun, als wäre er ein Aristokrat, aber war immer verschuldet, aber nicht gleichgültig gegenüber dem Theater und der Literatur.

Charles war als Kind oft krank und wuchs als unruhiges Kind auf, aber war seinem Alter immer voraus. Unter dem Einfluss seines Vaters lernte er früh das Theater und das Lesen zu lieben. Er hatte eine sehr gute Beobachtungsgabe und eine blühende Fantasie. Das Lesen der väterlichen Bücher, unter welchen „Robinson Crusoe“, und „Don Quixote“, und „Tausend und eine Nacht“, ganz zu schweigen von den Romanen Fieldings und Goldsmiths, erwärmte seine Vorstellung. Die Bücher versorgten ihn mit den Hoffnungen auf ein anderes Leben. Er wollte zur Schule und in die Universität gehen, er träumte vom Ruhm. Die Grundbildung bekam Charles in der Schule in Chatham, in der Nähe von London, wo seine Familie lebte.

Er war 10 Jahre alt, als sein Vater Bankrott ging und in ein Schuldengefängnis in Marshallsy gelangte, wohin dann die Mutter und die jungen Kinder umgezogen. Und Charles arbeitete dank seiner Mutter in einer Wachsfabrik. Die Veränderung war plötzlich, aber es gab schon lange Vorboten. Der kluge, nervöse Junge, träumend vom Ruhm, wurde von seiner Familie getrennt und verwandelte sich in ein halbhungriges Gassenkind und vermischte sich mit der Messe der einfachen Leute. Hier, in den Londoner Ghettos, ohne das selbst zu ahnen, „studierte“ er. Unwissentlich sammelte er eine große Menge an Eindrücken und später lebten sie in seinen Büchern auf.

Die Qualen dieser Monate, die unterdrückte Angst, die Scham und das Gefühl des Verlassenwerdens waren so tief in die Seele des Kindes eingedrungen, dass keiner der Schriftsteller, außer Dostojevskij und Jack London, sich im gleichen Maße als abgestoßen oder ausgeschlossen betrachten konnte.

Ein Zufall – ein kleiner unerwarteter Erbe – erlaubte der Familie Marshallsy zu verlassen, und Charles konnte seine Ausbildung an einer Privatschule fortsetzen. Er lernte sehr gerne, aber dem Selbststudium ist er mehr verpflichtet, als den Lehrern. Mit 15 Jahren hörte seine Ausbildung auf: er musste der Familie helfen. Er fing als Datentypist in einer Anwaltskanzlei an, arbeitete als Botenjunge. Danach erlernte er die Stenografie und erreichte große Erfolge. So bereitete sich der Teenager auf eine Karriere bei der Zeitung vor. Er war noch nicht mal 19, als er parlamentarischer Reporter wurde. Aus dieser Zeitspanne seines Lebens entstanden seine Vorstellungen über die Sinnlosigkeit vieler britischer Gesetzte, das wunderbare und gleichzeitig lustige und gnadenlose Abbildung des britischen Gerichtswagens, die Verachtung der Parlamentarier. Diese Erfahrung wird sich auf die Romane „Baby Dorrit“, „Kaltes Haus“, „Große Erwartungen“ auswirken. Aber bis zu den reifen Romanen ist es noch weit, bis dahin schreibt er Notizen, kleine Schriften, Reportagen für mehrere Zeitungen.

Die Schlüssel von der Straße bekam er noch in seiner Kindheit, ihm waren alle Ecken Londons bekannt – seine Ghettos, seine besseren Viertel, in der Kindheit spazierte er oft durch die Stadt und schaute sich einfach alles an. Übrigens, nur so kann man die Stadt kennenlernen, seine Atmosphäre spüren. Jetzt musste er nicht nur durch alle Gebäude rennen, sondern auch mit den Cabs fahren, in den Gerichtssälen und im Parlament anwesend sein, er war in den Gefängnissen und Polizeidirektionen, besuchte Theater und Jahrmärkte mit ihren Kiosks. Dickens erlangte Berühmtheit in der Zeitungswelt, er hatte genug Geld. Seine Schriften unterschrieb er mit dem Pseudonym Boz, das war der Spitzname seines jüngeren Bruders – so entsteht das Sammelwerk „Die Schriften von Boz“. Das waren Skizzen des echten Lebens und der Gemüter. Sie zeichneten sich mit Scharfsinnigkeit, Ehrlichkeit und der meisterhaften Beschreibung aus. Der Herausgeber lud für das Design des Buches den berühmten Karikaturisten Crookshank ein. Das war schon der Pfand des Erfolgs.

 

Wie ein Comic zum Roman wurde, und ein Reporter zum Schriftsteller

Das Buch, das Dickens die Berühmtheit und Liebe der Leser brachte, entstand aus den Unterschriften zu den Bildern des Malers Seymour. Die Idee Seymours bestand darin, dass in den wöchentlichen Ausgaben der Zeitung die Abenteuer von Jägern und Fischern abbildeten, und Charles sollte die Bilder untertiteln. Der plötzliche Tod des Malers änderte alles. Die Figur in seinen Bildern – ein lustiger Mensch mit einem großen Bauch, einer Glatze und einer Brille auf der Nase – verwandelte sich in den einzigartigen Mister Pickwick, und unter der Feder des Reporters Boz entstand der komische Epos – „Die Pickwickier“ (1837). „Szenen des englischen Lebens“ wuchsen in einen Roman über und er unterschrieb es mit seinem Namen. Jetzt bestimmte er, und nicht der eingeladene Maler, den Inhalt des Werks.

Läppische, aber gutmütige Witzbolde, Mitglieder des s.g. Korrespondentenvereins unter der Leitung von Samuel Pickwick reisen in der Umgebung Londons. Absolut nicht im Bilde über die unschönen Seiten des Lebens, geraten sich die ganze Zeit in unsinnige Situationen, werden zu Opfern ihrer Gutgläubigkeit und Leichtgläubigkeit.

Das sind weniger Charaktere, sondern maskierte Personen. Pickwick, den man als „alten Idioten aus einer Farce“ bezeichnen könnte, wird als modernen Don Quixote empfunden. Er zieht mit seiner Ehrlichkeit und unendlicher Güte an. Der Held von Cervantes ist eine tragikomische Figur und der dicke Burgeois Pickwick im Frack, Zylinder, karierten Hosen und Gamaschen ist komplett komisch.

Die Rolle des Sancho Pancho spielt sein Diener, der erfinderische und windige Sam Weller. Er bringt in den Roman einen großen Fluss an glänzender Heiterkeit hinein. Seine Scharfsinnigkeit ist unendlich, sein Optimismus, basierend auf gesundem Verstand, erobert. Der Fluss seiner Unsinnigkeit ist unendlich. Der in Wolken schwebende Pickwick und der von der Lebenserfahrung gezeichnete Sam Weller erschaffen einen komischen Kontrast. Sam Weller verkörpert die witzige Lebenskenntnis, und Samuell Pickwick – eine noch witzigere Unkenntnis. Und insgesamt ist dieser Roman eine Idylle, wenn man dieses bunte Buch als Roman bezeichnen könnte.

 

„Happy End“ – die beliebte Methode des jungen Autors

Die Renaissance Epoche stellte ins Zentrum des Universums den Menschen. Die Geschichte des jungen Helden wurde zum Leitthema der neuen Zeit. Dickens hat Vorgänger und Lehrer – Fielding, Smollet, Stern. Durch sie lernte er die große komische Literatur kennen, erbte sogar deren Tradition der Moralisierung. Die Mission des Autors verstand er als erzieherisch. Deswegen mochte ihn Leo Tolstoi.

Als er seine Romane „Die Abenteuer des Oliver Twist“ (1838), „Nicolas Nikkelby“ (1839), „Martin Chezzlewitt“ (1844), „David Copperfield“ (1850) wie eine Geschichte eine jungen Menschen, seinen Werdegang, Dickens, im Gegensatz zu Balzac, erschuf er nicht den „Roman der Karriere“. Indem er den Helden durch viele Prüfungen durchjagte, ihn in den Abgrund stürzte, erlaubte er nicht den Umständen ihn zu besiegen. Der Dreck des Lebens klebte nicht an dem Helden, er behielt seine reine Seele. Denn aus den auswegslosen Lagen des Helden rettete ihn der Zufall. Die Romane endeten mit dem Sieg des Guten über dem Bösen und der Bestrafung der Bösewichte und Verbrecher. Es ist nicht verwunderlich, dass Dostojewskij Dickens als „christlicher Autor“ bezeichnete.

Er liebte es seine Romane mit Hochzeiten zu beenden, indem er somit seine Helden für ihre einwandfreien moralischen Qualitäten belohnte. Umsonst versicherte Tekkerey, den er im Leben verdeckte, dass genau nach der Hochzeit das Interessanteste anfängt. Womöglich, stoppte Dickens die nicht erfolgreiche Erfahrung seines eigenen Familienlebens.

Es wurden Jahre, Jahrzehnte gebraucht, damit er in seine Bücher das Thema des Zusammenbruchs der Hoffnungen, der Enttäuschungen (spätere Romane „Kaltes Haus“, 1852, „Schwere Zeiten“, 1854, „Große Erwartungen“, 1861) einbaute.

 

Der Humor und die Ironie als sicheres Mittel gegen die Sünden der Gesellschaft

Dickens zeichnete sich durch ein hohes Gefühl der Zivilpflicht aus. Aber dabei war er weder Sozialist, noch Revolutionär. Er vertraute an den sozialen Progress und kämpfte dafür, um es menschlicher zu machen. Dickens glaubte ziemlich lange an die Möglichkeit der Verbesserung der Gesellschaft durch die Erziehung und Umerziehung seiner Mitbürger. Sogar in seinem Roman „Domby und Sohn“ (1848), stellte er den Haupthelden der Geschichte, als Firmenbesitzer, in einem ausschließlich negativen grotesken Licht dar, als die Verkörperung der Grobheit, Kälte und Snobismus, so zeigt Dickens am Ende seine plötzliche Verwandlung unter den Schlägen des auf ihnen herabgestürzten Unheile: dem Tod seines kleinen Sohnes, der Flucht seiner zweiten Frau, dem Bankrott der Firma wegen seines Bösewichts Managers, dem er unendlich vertraute. Den modernen Leser überzeugt Dombys Metamorphose nicht. Dickens glaubte daran.

Der Autor schmückte das Leben nicht aus. Seine Aufgabe sah er darin, die „grobe Wahrheit“ zu zeigen und das konnte er sehr gut. Dabei war seine Hauptwaffe im Kampf gegen die gesellschaftlichen Sünden lange Zeit der Humor und die Ironie. Er glaubte an die wirksame Kraft des Lachens.

Einiges konnte er tatsächlich erreichen. Indem er bei „Oliver Twist“ das Arbeiterhaus als Prototyp des Konzentrationslagers des 20. Jahrhunderts darstellte, wo der Held das Pech hatte hineingeboren zu werden und seine Waisenkindheit zu verbringen, nutzte er dabei ausschließlich komische Mittel, im Stil des schwarzen Humors, lenkte Dickens die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf dieses soziale Geschwür. Seine Ironie war so wirksam, dass einige Jahre später die Arbeiterhäuser, die in 1834 mit dem Erlassen des Gesetztes über Arme reformiert wurden, und danach komplett geschlossen.

Aber es gab nicht viele solcher Siege. Sein anderer Held Nikolas Nickelby, auf der Suche nach Arbeit, wird als Lehrer an der Privatschule Deutboss-Hall angestellt, die den Eheleuten Squirce gehört. Das gab Dickens den Grund das Bildungssystem Englands im satirischen Licht zu zeigen. Für ihn, der der Erziehung beinah die Hauptrolle im Leben des Menschen zuteilte, war es sehr wichtig darüber zu sprechen. Und so sprach er darüber, indem er die Besitzer der Schule und die Bräuche dort im grotesken Licht zeigte, wonach gleich mehrere Direktoren ähnlicher Einrichtungen, nachdem sie sich in den Squirce wiederfanden, Dickens anklagten. Die Änderung des Systems hat er nicht mehr erlebt.

Es ist bekannt, dass Mark Twen auch große Hoffnungen in die Kraft des Lachens hatte, er versicherte, dass dem Lachen nichts wiederstehen kann. Aber Dickens wurde müde und enttäuscht.

 

Der Verlust der Illusionen und die Ankunft des Stoizismus

Es wurde immer schwieriger für Dickens seinen Glauben an die Möglichkeit der Verkörperung des Ideals. Seine späten Romane sind voll von tiefer Trauer, jedoch verschwinden der Humor und das Lachen nicht, sie helfen die Probleme zu lösen. Standhaft sein, vor dem Gesicht der lange nicht gewünschten Wirklichkeit – so ist das Credo der seiner neuen Helden und des Autors selbst.      

Dickens war etwa 50 Jahre alt, als er sich von seiner Frau trennte. Die Fürsorge für die Kinder (es waren zehn!) nahm er auf sich. Die Liebe zu der Schauspielring Ellen Ternan brachte ihm auch kein Glück. Es war traurig anzuerkennen, dass sein Privatleben nicht funktionierte. Als ob er vor sich selbst flüchten würde, reiste er viel, und in 1865 hatte er sogar einen Eisenbahnunfall. Ende des Jahres 1867 entschied er sich nochmal in die USA mit Lesungen zu fahren. Er trat vier bis fünf Mal pro Woche auf, er wurde von Hunderten von Tausenden Fans erhört. Das ermüdete ihn stark. Am Vorabend der Rückkehr lud ihn der Präsident ein. Dickens konnte nicht die Einladung ausschlagen. Und der Vorschlag von Königin Viktoria ihn adelig zu machen erweckte keinen Enthusiasmus in ihm. Kurz vor seinem Tod verkündete er öffentlich: „Mein glaube an die Menschen, die regieren, ist allgemein nichtig; mein Glaube an das Volk, das regiert wird, ist allgemein grenzenlos“. Dickens blieb sich selbst und seinem Volk treu, dessen Liebe ihn bis zum Ende wärmte.

 

Greta Jonkis (Köln)

Professor, Dr. Phil.

Mitglied des internationalen PEN-Klubs.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Mermer

 

 

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Über IF: Greta Jonkis (Köln)

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