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Wunder in den Wendungen

Fernsehformate wie das deutsche „Das Supertalent“ und seine russische „Die Minuten des Ruhms“ haben traditionell sehr hohe Einschaltquoten. Das Publikum, wie immer, möchte eine Show und Brot natürlich auch, obwohl das ja momentan nicht fehlt. Und bezüglich dieser ganzen Shows…

Es gibt momentan so viele – gute und verschidene. Aber viele Verbraucher der Massenkunst sind so mit den ausgefallenen und den Verstand raubenden Spezialeffekten so übersättigt, und die Geschmäcker sind so fordernd, dass die Zuschauer nicht mehr so einfach erstant werden können.

 

 

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Und deswegen funktioniert heute immer öfter die schon längst in der Praxis bewiesene Formel: „Alles Geniale ist einfach“. Und die gewöhnlichsten Menschen, äußerlich nicht herausragend, befinden sich oft in Besitzt unordinären Talents. Und genau dieser Überraschungseffekt, wenn irgendein unscheinbarer „Wasja Pupkin“ aus dem fernen Ojmjakon (unser Nachbar/entfernter Verwandter/Kollege -„graue Maus“) – kann plötzlich sehr interessante Sachen machen; dieser Effekt zieht das Publikum an die Fernsehbildschirme zur genannten Zeit der Ausstrahlung von „Kampf der Titaten“ (entschuldigen Sie, der „Talente“). Obwohl, die besonderen Fähigkeiten vieler der letzteren liegt darin, dass sie genau in dedem Genre auf der Bühne auftreten, in welchem sie gar kein Talent aufweisen.

Aber in das Auswahlnetz gelangen natürlich auch die, die echtes Talent haben, auch wenn sie nicht immer das Glück haben ins Finale zu kommen, denn durch das Voting der Zuschauer sie von den durchschnittlichen Teilnehmern leicht überholt werden können – das unvorhersagbare Publikum trifft manchmal Entscheidungen, die jedem Gesetz der Logik widersprechen.

 

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Z.B. eines der beliebtesten Castingshows in Deutschland „Das Supertalent“, zeigt traditionell sehr viele unterschiedliche Personen, und der Gewinner des langandauernden TV-Projekts in 2013 wurde der gewöhnliche Teenaager Lukas Pratschker mit dem Hund Falco, der Dressurwunder vorgeführt hatte. Obwohl, eigentlich gab es keine Wunder, denn fast in jedem Zirkus kann man viel eundrucksvollere Tricks sehen. Und irgendwie wird es auch schade um die Zirkusartisten: ihr Können, multipliziert mit unglaublicher, fast täglicher Arbeit, ist hundert Mal höher als die Amateurtalente der eintägigen TV-Berühmtheiten. Aber Berühmtheit und ihre materiellen „Dividenden“ bringt ihnen das ja nicht…

 

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Diesen Gedanken habe ich mit dem Zirkusartisten aus der Ukraine Eduard Kudrjashow (Künstlerpseudonym Eduard Grin), der jetzt zusammen mit seiner artistischen Familie auftritt und in der deutschen Stadt Mannheim lebt, gestellt. Und bekam die folgende Antwort: „Für jeden Zirkusartisten ist die Aufmerksamkeit des Publikums, das Klatschen, das Lachen der Kinder auf den Tribunen eine besondere Belohnung, und wohl der wichtigste Grund, warum die Menschen in den Zirkus gehen. Wenn der Mensch auf die Arena geht, spürt er eine unglaubliche positive Energetik, die vom Publikum ausgeht. Die Zuschauer kommen hierher in Erwartung eines Wunders, und diese Erwartungen müssen erfüllt werden. Denn für sie ist der Zirkus ist eine mit nichts vergleichbare Show, ein Fest der Talenten, ein Sturm von Farben und Emotionen!.. Und Berühmtheit… Echte Meister der Zirkuskunst können auch oder Fernsehen berühmt werden, mit Hilfe des s.g. „Sarafan-Radios“…

 

Eduard Grin weiß das, aus seiner eigenen Erfahrung in der Zirkuskunst, aber in größerem Maße hat er die Bestätigung dieser Aussage am Beispiel seines Vaters gesehen – den weltberühmten Illusionisten Leonid Grin, der die Kunst der Manipulation in der Zirkusarena den legendären Emile und Igor Kio beibrachte und eine ganzue Plejade and sowjetischen Illusionisten erzog. Außerdem trat er mehrmals zusammen mit Jurij Nikulin und Arkadij Rajkin auf. Und heute, mit seinen 95 Jahren, ist Leonid Leonidowitsch Grin der älteste praktizierende Illusionist auf der Erde. Er teilte die Geheimnisse seiner Kunst auch mit seinem Sohn Eduard. Seine Töchter Alexandra und Eda haben auch erfolgreich die Zirkusdynastie der Grins fortgführt.

 

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– Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass ich im Zirkus praktisch seit den ersten Tagen meines Lebens bin, – sagt Eduard. – Und deswegen habe ich nie daran gedacht, dass ich etwas anderes machen könnte. Noch als Kind nahm ich an den Aufführungen meines Vaters teil, was für mich eine große Ehre war. Nach dem Schulabschluss studierte ich erst an der Moskauer Zirkusakademie, und danch – an der Masljukow sowjetischen künstlerischen Werkstatt, wo ich eine zusätzliche Ausbildung zum Regisseur bekam. Übrigens, meine Ehefrau, Valentina, hat sich vor unserer Bekanntschaft auch mit Regissur beschäftigt. Sie ist Profi im Paartanz, beschäftigte sich mit der Inszenierung von Tanzauftritten. Bei einem der Konzerte hat uns das Schicksal zusammemgeführt. Als sie zu einem unersetzlichen Teil meines Lebens wurde, wurde sie ebenfalls zu einem unersetzlichen Partner im Zirkus. Wir fuhren gemeinsam durch die Arenas in der Ukraine, in Russland und Europa als Teil einiger Gruppen. Danach grümdeten wir unseren eigenen Zirkus, dessen letztes „Hauptquartier in Odessa war. Aber einige Umstände, unter anderem auch politische, waren nicht zu unserem Vorteil und der Moment kam, als wir verstanden, dass wir in der Ukraine kaum für eine erfolgreiche Zukunft für unsere Töchter sorgen können… Dabei waren wir uns sicher, dass unsere Kunst uns helfen wird auch in einem europäischen Land „auf den Beinen zu stehen“. So kamen wir vor drei Jahren nach Deutschland.

            Jedoch auch hier ist es für die Zirkusartisten Grin auch nicht sehr einfach sich finanzielle Unabhängigkeit zu schaffen. Laut Eduard, von vier Hundert aktiven Zirkussen in dem Land, haben etwa nur zehn eine feste Berühmtheit. Und in erster Zeit musste das Familienkollektiv an dem Programm einer der großen deutschen Zirkusgruppen teilnehmen. Aber sie bekamen Absagen, denn damals kannte sie noch keiner hier. Schon bald jedoch kamen Einladungen zur Zusammenarbeit, dabei hätten die Auswanderer aus der Ukraine durch ganz Deutschland das ganze Jahr lang fahrenfahren müssen. Das war unzulässig, denn ihre jüngere Tochter, die 14 jährige Eda, durfte nicht den Schulunterricht verpassen.

 

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            Und wenn es schon um die jüngere Generation dieser Dynastie geht, so sollte man anmerken, dass die ältere Tochter von Eduard und Valentina – Aleksandra – schon selbstständig professionell „schwimmt“. Schon länger als ein Jahr, mit dem geerbten Talent ihrer Mutter, welches sie in ihren Auftritten mit dem Reifen nutzt, tritt sie als Teil…eines chinesischen Zirkus auf. Sie bekam diese Einladung vom Zirkusmanager der Tianxia und wollte ihre Fähigkeiten in diesem Land ausprobieren, und wie ihre Eltern sagen, bereut sie auch nicht…

 

So, durch Ausprobieren und Fehler machen ist der „Familienbetrieb“ – der Illusionist der zweiten Generation Eduard, Valentina, die „Verantwortliche“ in ihrer selbstständigen Truppe mit dem Namen „Grinshow-Zirkus“ für die Clownade und die Dressur der kleinen Pudelartisten, und das Mädchen mit dem Hulahoop Edfa – auf den Pfad der Selbstständigkeit getreten. Jetzt treten sie auf „Bestellung“ auf: erfreuen die Kinder mit ihren Konzerten in Schulen und Kindergärten, werden zu Hauptunterhaltern auf Hochzeiten, Geburtstagen und Betriebsfeiern. Und vor dem katholischen Weihnachten, in die ertragsreichste Zeit für die Zirkusse in Deutschland, der „Grinshow-Zirkus“ hat drei Mal die Kinder Mannheims auf Weihnachtsfeiern mit der Teilnahme vom witzigen Clown mit Hunden, eines echten Zauberers und dem Mädchen mit dem Hulahoop versammel, aber auch mit einem fast drei Meter großen Polarbären, der zur allgemeinen Verwunderung Breakdance tanzte.

 

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Man muss sagen, dass diese Auftritte keinen großen Gewinn bringen, – lächelt traurig Eduard. – Aber so sind wir zumindest finanziell komplett unabhängig. Und was auch sehr wichtig ist: wir bleiben in der Zirkusbranche und bleiben treu der Bestimmung unseres Lebens, was nicht nur uns Freude bereitet, sondern, zum Glück auch unseren Zuschauern.

 

 

So ein Zirkusteam von ukrainischen Artisten „arbeitet“ unter anderem auch dafür, damit die modernen Kinder weiterhin Kinder mit dem Glauben an das Märchen, an Wunder und unendliches Glück gluaben. Denn die Grenze zwischen Trick und Zauberei ist sehr weich und schwer zu erkennen. Und das bedeutet, dass es in unserem Leben immernoch Platz für Wunder gibt.

 

Diana Revazova-Maier,

Autoren der Fotos Eduard Kudryashow und Tatjana Gratschewa.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Diana Revazova-Maier

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