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Goldenes Prag, schönes Prag….

Ich hoffe sehr, dass einer der Leser dieser Zeilen sich noch an den Refrain einer der Lieder von Mark Bernes erinnert:

Du bleibst in der Seele auf ewig,

Die Stadt der Lieder und des Kastanienlaubs

Goldenes Prag, schnes Prag

Die goldene Freundin Moskaus!

 

 

Heute sind von dem aufgezählten wohl nur dien Kastanien und die Schönheit dieser alten europäischen Stadt geblieben.

Prag 1

Eine enge Freundschaft zwischen Russland und Tschechien ist heute nicht zu beobachten, Lieder sind auch nicht zu hören. Aber die russische Sprache hört man auf den Straßen der tschechischen Hauptstadt ziemlich oft. Obwohl der größte Teil der Einwohner diesem Fakt nicht besonders wohl gesonnen sind.

Prag 3

Genauer gesagt – sie sind überhaupt nicht davon begeistert. Was sie nicht mal versuchen zu verstecken. Wie auch ihre Einstellung gegenüber den Trägern der deutschen Sprache. Wobei die Vertreter dieser beiden Völker offensichtlich eine der größten Touristengruppen sind, die jährlich die Stadt an der Wltawa besuchen.

Prag 4

Und außerdem noch die Chinesen.

Also wenn Sie morgens im Hotelfahrstuhl ein älteres Ehepaar treffen, dann kann man sie problemlos auf Deutsch grüßen. Aus Russland kommen in der Regel eher Menschen mittleren Alters. Und die Untergebenen des Reiches der Mitte sind praktisch alle Studenten. Oder sehen einfach so jung aus. Zumindest in den Augen der Europäer.

Prag 5

Selbstverständlich gibt es in der Altstadt einiges zu sehen. Obwohl, zu Zeiten der Sowjetunion war Derartiges nur in Prag zugänglich. Einigen Auserwählten…. Denn hinterden „Eisernen Vorhang“, wo solche Schönheit offenbar größer ist, wurden nur wenige gelassen.

Prag 6

Mit einem Wort, vor Begeisterung „kreischen“ wollte Ihr ergebener Diener bei der Ankunft in Prag nicht besonders. Ja, die Karlsbrücke, ja die alten Gassen und Häuser, ja, der Spaziergang an der Wltawa mit Erklärungen gleich auf zehn Sprachen. Einschließlich des Russischen.

Im Übrigen jedoch…

Prag 2

Der Gerechtigkeit halber sollte man anmerken, dass das Bier in den Restaurants (wenn nicht Flaschenbier) nicht schlechter ist, als in Deutschland, und gefüttert wir man hier außerordentlich gut. Viele Kellner sprechen Russisch, einige – Deutsch und fast alle sprechen mehr oder weniger Englisch.

Selbstverständlich in dem Teil der Stadt, welcher am meisten von Touristen besucht wird. Denn je weiter weg von der Stadt, desto…gewohnter. Für einen ehemaligen sowjetischen Bürger. Keine „Ghettos“ natürlich, aber irgendwie doch etwas sehr gut Bekanntes und Gewohntes.

Prag 8

Aber dort hat man auch nichts verloren! Sie sind hier um ästhetischen Genuss zu erleben – dann genießen Sie. Fahren Sie mit der Kutsche, besuchen Sie das Museum, kaufen Sie sich Pflaumenschnaps…

Übrigens, ein sehr gutes Getränk. Wenn nach den alten Traditionen gebraut. Ist jedoch nicht billig. Aber, verzeihen Sie mir das ungwollte Wortspiel, ist es aber wert. Obwohl, später haben wir in Deutschland etwas Ähnliches gefunden, was auch sehr angenehm ist. In hömeopatischen Mengen. Nicht sieben Tropfen, aber auch nicht gläserweise. Und nicht jeden Tag.

Prag 9

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen, Sie müssen unbedingt den Laden aufsuchen, in welchem tschechisches Kristall verkauft wird. Am besten nicht im Zentrum, sondern etwas weiter weg. Die Preise sind demokratischer und die Auswahl ist nicht kleiner. Aber, Geschmäcker sind verschieden.

Prag 10

Wie auch hinsichtlich der ganzen Stadt. Es liegt darin… eine Art Zweideutigkeit, wenn Sie so wollen. Einerseits – die üblichen Touristenpfade, andererseits – eine gewöhnliche europäische Stadt. In Vielem noch sowjetisch und sozialistisch. Vielleicht lassen sich deshalb hier gerne viele unsere ehemaligen Landsleute nieder. Und die Sprache ist leichter zu erlenen (vor allem für Ukrainer und Weißrussen), und die Mentalität ist verständlicher. Und selbstständig werden ist einfacher: schon nicht mehr Russland, aber noch nicht. Deutschland, Frankreich oder Holland.

Prag 11

Zurück zum Thema Tourismus sollte man unterstreichen, dass die jahrelange (oder jahrhundertelange) Werbung ihren Dienst geleistet hat. Prag wurde besucht, wird jetzt und auch in der Zukunft besucht. Unter anderem auch deshalb weil es nicht Paris, München oder Amsterdam ist.

Es ist Prag!

Und die Tschechier sind zurecht stolz auf ihre Hauptstadt. Und tun vieles dafür, dass sie noch schöner wird. Inwiefern es möglich ist.

Also muss man irgendwann nochmal hinfahren. Vor allem weil meine Frau noch immer nicht da gewesen ist.

Boris Kunin. Foto des Autors

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer.

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Boris Kunin

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