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Der Ort der Kraft – Externsteine

Menschen werden immer stark von mysteriöser Schönheit der auf komische Weise gebildeten Felsenbildungen angezogen und davon tief beeindruckt. An solchen Orten siehst und fühlst du nicht nur die Anwesenheit irgendwelcher göttlicher und anderer geistlicher Wesen. Wahrscheinlich, genau aus diesem Grund, wurden noch in der Antike an solchen Orten Heiligtümer errichtet und Kultzeremonien und –rituale durchgeführt.

Eine von solchen wunderbaren Naturecken finden wir auch in Deutschland – das sind pittoreske Berge, die am Rande des Teutoburger Waldes aus der Erde ragen, wo germanische Stämme unter der Führung von Arminius die römischen Legionen besiegten, auf diesen Ländereien, die mit antiken Heiligtümern überfüllt sind, umhüllt von Mystik und Volkslegenden. Der einzigartige Steinkomplex besteht aus 13 Felsen, die in einer Linie stehen, fünf von welchen 40 Meter über der Erde herausragen. Massive Steinbildungen, auf allen Höhen durchzogen durch kleine Grotten, Nischen, Höhlen, Plattformen, Übergänge und Stufen, die ins Nirgendwo führen, aber auch Klippenbildungen, Löchern unterschiedlicher Tiefe und Durchmessers, in die es beängstigend ist hineinzuschauen: wer weiß, was dort für Wesen leben…

 

 

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Die erste Frage, die in den Sinn kommt, ist, wie Steinschollen dieser Größe überhaupt in dieser Gegend auftauchen konnten, wo auf hunderte von Kilometern überhaupt keine Berge zu beobachten sind. Eine der Hypothesen über deren Entstehung besteht darin, dass die Bildung der Felsen während der Kreidezeit etwa vor 120 Millionen Jahren am Rande des antiken Meeres, welches den größten Teil des modernen Westeuropas einnahm, stattfand. Die andere Theorie besagt, dass sich die Felsen an der Grenze eines antiken Gletschers befinden, der einst bis zu diesem Breitengrad gelangte. Und vielleicht ist dieses Objekt auch nicht natürlich entstanden, sondern wurde von Menschen erschaffen.

 

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Nur mit Mühe kann man sich vorstellen, wie der Mensch in der Antike diese tonnenschweren Steine in Bewegung bringen und aus ihnen eine derartige Komposition herstellen konnte. Sogar bei allen Fortschritten der heutigen Technik, wenn man beim Bauen an Steine solcher Größe stößt, erfahren Ingenieure große Schwierigkeiten bei ihrer Extraktion und dem Transport. Nicht umsonst sind solche komischen Naturmonumente stets voll von unlösbaren Rätseln und geben Grund zum Fantasieren, die sich in der Menge der Mythen, Legenden und Volksüberlieferungen wiederspiegelt.

 

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Den Volksüberlieferungen zufolge, wurden diese Steine in einer Nacht vom Teufel errichtet, und danach von ihm zerstört und verbrannt, wodurch sie auch diese „geschmolzene“ Form haben. Hier ist, was uns eine der Legenden des Landes Paderborn erzählt, niedergeschrieben von Josef Seiler:

 

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Die alten Heiden, die einst die Gebiete des heutigen Deutschlands besiedelten, waren fast komplett vom Imperator Karl dem großen besiegt worden, der sie dazu zwang das Christentuma anzunehmen. Unbezwingbar blieb nur der Herzog Widukind mit seiner Familie, aber er konnte sich nicht weiter wehren, seine Macht wurde mit jedem Tag schwächer. Dann erschien auch der Teufel vor ihm, beunruhigt von der Ankunft des neuen Glaubens, und versprach so einen großen Heidentempel zu errichten, der gegen die Kraft Karl des Großen widerstehen könnte. Um diesen Tempel wurden alle in fester Einigkeit versammelt, die noch immer zu den alten Göttern beteten, und viele Konvertierte konnten zu dem Glauben der Vorfahren zurückkehren, denn der neue Glaube hatte noch keine Wurzeln in ihrer Seele geschlagen. Und dafür wollte der Teufel nur eins: dass Widukind und seine Leute niemals sich vom Heidentum abwenden. Mit Freude erklärte sich der Herzog einverstanden, und der Teufel seinerseits versprach beim nächsten Vollmond den Bau zu vervollständigen. Seit diesem Moment waren alle Kämpfe Widukinds mit Karl dem Großen auf wundersame Weise erfolgreich, und die Zahl seiner Anhänger vergrößerte sich mit jedem Tag. Derweilen trat der Vollmond ein und der Teufel machte sich an die Arbeit. Er nahm die großen Felsen aus allen Enden der Erde und baute aus ihnen Türme und Klippen von furchteinflößender Größe. Jedoch, als der Tempel schon fast fertig war, begriff Widukind plötzlich den Fehler seiner Taten und nahm Gott in seinem Herzen auf, wonach er zu Karls Lager eilte und nahm in Reue die Taufe an. Als der Teufel das erfuhr, rannte er in großer Wur aus dem Tempel hinaus, zerstörte die Wände, die Decken, die Treppen, die Säulen, und dann warf er mit großer Wut auf die Felsenstücke schreckliche Flammenflüsse.

 

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Noch mehr Theorien gibt es darüber, als was dieser geheimnisvolle Ort in den verschiedenen Zeitepochen diente und zu welchen Göttern hier gebetet wurde. Zweifellos hat jede Kultur seinerzeit einen Teil zum heutigen Aussehen von Externsteine geleistet. Funde bestätigen die Nutzung dieses Ortes als Betraum, Observatorium und Wohnungen. Einige archäologische Exponate haben das ehrwürdige Alter von 12 Tausend Jahren. Wenn man über Geschichte spricht, so kann man nichts mit Sicherheit sagen.

 

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Es wird angenommen, dass an diesen Klippen keltische und altgermanische Kultzeremonien durchgeführt wurden. Die Felsenbilder lassen annehmen, dass sich hier der Irminsul befand – das Heiligtum der heidnischen Sachsen, das Symbol des Weltbaums, und das der dem Gott Irmin gewidmete Baumstamm in 722 nach Anordnung Karl des Großen im Laufe der Christianisierung der germanischen Stämme zerstört wurde. Es gibt nicht wenige Spuren der Christen: z.B., der Teich, der sehr pittoresk die Klippen von einer der Seiten umringt, wurde von den hier lebenden Mönchen gegraben, und darin wurden von ihnen Karpfen zum Essen gezüchtet.

 

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Verwunderlich ist auch, dass dieser Ort, von der Zivilisation unberührt scheint, aber vor dem Krieg ganz anders aussah, als jetzt. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass zwischen den Felsen einst eine Straßenbahnlinie verlief. Eine besondere Seite in dem Geschichtsbuch von Externsteine sind die Nationalsozialisten – dank der leichten Hand des Reichsführers wurde dieser Komplex zum Heiligtum der neuen germanischen Religion. Hier wurden rituelle Zeremonien und schauspielerische Mysterienspiele durchgeführt. In den Nachkriegsjahren wurden die Megalithen zum Zentrum der Pilgerreisen der Esoteriker unterschiedlichster Richtungen.

 

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Wie die Klippen von Durchgängen und Nischen durchbohrt sind und die Umgebung von touristischen Pfaden, so, nach Meinung der Forscher, ist Extersteine und die Umgebung mit energetischen Flüssen durchzogen.

 

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Viele glauben, dass dieser Komplex der Ort der Macht ist, eine Art deutsches Stonehenge, denn er befindet sich auf dem gleichen Breitengrad mit den berühmten englischen Megalithen. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bestimmte der Forscher und Wissenschaftler Wilhelm Teudt, dass Externsteine an der Überkreuzung energetischer Linien liegt, die es mit anderen antiken Kultbauten verbinden, unter anderem auch mit dem Steinkreis im nahegelegenen Bad Meinberg.

 

Es gibt Orte, mit ihrer Atmisphäre bedrücken, die aus dem Menschen die Kräfte und die Energie aussaugen, aber das hat nichts mit Externsteine zu tun. Dieser Ort ist mit positiver Energetik überfüllt und zieht die Menschen an. Und nicht um sonst war er seit Anbeginn der Zeit ein Anbetungsort. Hier kann man sich vom Alltag ablenken, in der Harmonie mit der Natur und mit sich selbst verweilen. Deswegen möchte man hier immer wieder zurückkehren.

 

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Seit Hunderten, ja vielleicht, seit Tausenden von Jahren hat Externsteine nicht seine Anziehungsmagie verloren. Denn das Geheimnis zieht immer an. Fast eine Million Touristen kommen jährlich hierher, um nur für kurze Zeit seine Geheimnisse kennenzulernen und seine mächtige positive Ausstrahlung zu genießen, die Schönheit und Bezauberung dieser ungewöhnlichen Naturerschaffung zu berühren.

 

Jana Каmаlova.

Foto des Autors.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer.

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Jana Каmalov

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