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„Aus dem Schatten in das Licht geflogen…“

Malerei – ist Poesie, die gesehen wird,
die Poesie – das ist Malerei, die gehört wird.
Leonardo da Vinci

Sie malt das, was wirklich berührt, was Einem nah und für Einen interessant ist. Deswegen, wahrscheinlich, erfreuen ihre Arbeiten und berühren anderen. Auf tiefgründigem Niveau.

 

 

Die Malerei ist philosophisch, zierlich, sonnig, lebendig, leuchtend und leicht.

Sie erinnert an einen klangvollen, leichten und über dem ganzen Gewusel schwebenden Vogel, und gleichzeitig unabhängig und einsam…

 

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Tatjana Kulakovskaya ist eine künstlerische, quirlige und ohne Zweifel theatralische Person. Sie erschafft ihre eigene malerische Welt, wo sich mythische, reale und fantastische Bilder vermischen und aus den Tiefen unserer Erinnerung hinausschwimmen. Z.B. das Bild mit dem Mädchen am Steg, die entweder auf jemanden wartet oder jemanden verabschiedet, mit einem Kescher in der Hand; das Bild der Frau, wunderschön in der Erwartung der Mutterschaft, oder der in die blaue Ferne gehende Weg, der mit seiner fühlbaren Heimlichkeit und Unvorhersehbarkeit lockt…

Bilder der Frau, die entlang der Straße läuft, des Vogels, der die Flügel ausbreitet und hoch hinauf fliegt, die sich mehrmals in ihren Bildern (nach dem Zeitpunkt des Erschaffens) auftauchen. Darin wird der unterbewusste Wunsch der Malerin deutlich hinauf zu fliegen und über Allem alltäglichen und irdischen zu schweben.

 

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Die Farbe ist das Hauptmittel des Ausdrucks für Tatjana Kulakovskaya. Sie lebt und denkt mit Farbentscheidungen.

Das erste wohin der Zuschauer gelangt ist eine Vernissage aus Stillleben, die in traditionellen klassischen Kanons ausgeführt ist. Gemalt mit saftigen Strichen, im akademischen Stil, sie tragen Licht und Freude in sich, sie übermitteln die Schönheit der sichtbaren Welt, und dann, weiter, entlang des langen Flurs, sind komplett andere Arbeiten ausgestellt, sowohl hinsichtlich der thematischen Richtung, als auch des Stils und der technischen Ausführung: Abstraktion, Pop-Art, als Grund um mit Farbe und Form zu experimentieren.

 

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Unausgesprochene Gedanken materialisieren sich in den Bilder, denn den Namen für ihre persönliche und umfangreiche Ausstellung hat sie nicht zufällig gewählt:

 

WENN DIE WORTE AUSGEHEN.

 

Wenn die Worte ausgehen,

und die graue Asche von Blättern

Im Staub des langweiligen Hauses

Hinterlassen,

und die Angst der Unvollendbarkeit

von der Arbeit wegzulaufen.

 

(Boris Beljskij)

 

Wenn man die Bilder der Malerin betrachtet, wird man mit positiver Energie geladen.

Denn in allem liegt Lyrik und eine feierliche Ruhe, eine Palette an Gefühlen und Sorgen. Ich assoziiere ihren Namen mit Talent, das erschafft, das das Gefunden perfektioniert, indem es die Form, die Farbe und die Faktur ergründet.

 

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Unter Tatjana Kulakovskayas vorgestellten Arbeiten fand ich eine besonders anziehend für mich persönlich – das war ein poetisches Bild einer Frau mit einem Vogel auf ihren zarten Handflächen.

Irgendwie entsteht der Wunsch diese Komposition als eine Art moderner Freske zu beschreiben – so luftig leicht und mit „pastellen“ Strichen ausgeführt.

Aber durch das ruhige Gesicht, halbgeschlossene Augen und die ruhige Pose scheint Verwirrung der Seele durch. Und der Vogel, der bereit ist von Minute zu Minute aus den Händen der Frau aufzuflattern, ist die Hoffnung und die Beruhigung, und der Seelenfrieden.

 

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Die Arbeiten der Malerin, die zu verschiedenen Zeiten geschaffen wurde, unterscheiden sich stark voneinander: das persönlich Erlebte und das Allgemeine hat sich zu fantasievollen Bildern vereint, denn es wurde aus der Betrachtung natürlicher Formen geboren. In ihrer Mehrheit sind das Bilder-Überlegungen, in welchen die künstlerische Beichte sichtbar wird. Ein Monolog ohne Worte.

An den Arbeiten von Kulakovskaya kann man nicht einfach so vorbei gehen, – sie bringen dich förmlich dazu stehen zu bleiben, sie zwingen dich über die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens nachzudenken, über die Zerbrechlichkeit der Welt, die uns umgibt.

Es gibt nichts Subjektiveres, als das Verständnis der Schönheit. Und die Übersetzung einer der berühmtesten Zitate von Oscar Wilde spricht genau darüber: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters!“ Die Perzeption ist individuell. Deswegen, genug der Worte, lassen Sie uns die Blicke auf die Arbeiten der hannoverschen Malerin Tatjana Kulakovskaya richten, dessen Ausstellung für alle Verehrer und Bewunderer der malerischen Kunst bis zum 5. November 2013 geöffnet.

 

Daria Slonceva.

Foto des Autors.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer.

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Daria Slonceva

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