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Aushilfe gesucht

Bald ist Weihnachten und immer mehr Geschäfte suchen Unterstützung. „Aushilfe gesucht“ steht nun häufig auf den Eingangstüren. Was für Arbeit muss man machen, wie hoch ist Verdienst, was kann man dabei lernen? Um diese Fragen zu beantworten, schaute ich kurz in einem Geschäft rein.

 

 

Aushilfe beim… Verpacken

 

Ich wählte „Hussel“ – einen kleinen und gemütlichen Laden im Stadtzentrum von Bad Homburg. Die Leiterin des Geschäfts Frau Müller erklärt mir: „Weihnachtszeit ist für uns die heißeste Geschäftszeit. Die Nachfrage ist so groß, unser Personal reicht nicht aus. Wir brauchen vor allem für diese Zeit Unterstützung, danach vielleicht auch. Aber wir nehmen nicht jeden, man sollte nett und serviceorientiert sein, am besten mit Erfahrungen im Einzelhandel. Bringen Sie Ihre Bewerbung, wir schauen sie an…“

Der Anfang war nicht schlecht. Nach einer Woche folgte die Einladung, ein paar Stunden im Geschäft auf Probe zu arbeiten. Ich war einverstanden.

 

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Das hell beleuchtete Geschäft verbreitet ein festliches Gefühl. Ich möchte die Ware anschauen u natürlich erfahren, was für Arbeit ich machen werde. Eine der Verkäuferin kommt zur mir mit einer Frage.

„Das ist eine Neue“, sagt Frau Müller und fängt selbst ein Gespräch mit einer Käuferin an. Sie fragt, was die Frau kaufen möchte, für wen das Geschenk ist, welcher Aufkleber darauf sein soll. Es gibt vier: „Alles Gute!“, „Gruß aus Bad Homburg!“, „Gute Besserung!“, „Zu Erinnerung!“ Die Frau kauft ein Schachtel Praline und schaut aufmerksam zu, wie die Verkäuferin den Einkauf einpackt und sie mit einer Schleife verziert. Schön! Bald wurde mir klar: die Leute kommen hauptsächlich wegen diesen individuellen Bedienung.

Schließlich bietet Frau Müller den Käufer an, noch etwas zu kaufen. Viele stimmen zu.

„Das ist aktiver Handel“, sagt mir Frau Müller.

Nun erklärt sie mir meine Aufgaben. Die Waren kommen in großen Schachteln ins Geschäft. Sie müssen eingepackt, gewogen und etikettieren werden. Ich sollte alles schön und schnell erledigen. Von mir steht ein Schachtel mit erlesenen herzförmigen Keksen. Nach der ersten Schachtel kommt die zweite, die dritte, die fünfte…

Ich bin etwas enttäuscht, aber es ist eben der Anfang. Frau Müller löst meine Illusionen auf: das wird ausschließlich meine Arbeit sein, sie übernimmt die Kasse und die Kunden.

Für diese „ nicht schwierige“ Arbeit werde ich etwa sieben Euro pro Stunde bekommen. Nicht viel, wenn man die Preise der Waren anschaut. Die Arbeit ist nicht schwierig, aber langweilig. Nach zwei Stunden habe ich keine Lust mehr sie zu machen. Ich frage Frau Müller, wann ich gehen darf.

„Ich dachte, sie werden noch ein paar Stunden arbeiten“, sagt sie.

„Sie haben schon genug gesehen, wie ich arbeite“, erwidere ich. Ich habe keine Lust weiter umsonst zu arbeiten. Frau Müller stimmt ungern zu. Wir sprechen über die Arbeitszeiten. Die Leiterin erwartet von mir volle Flexibilität. Diese Woche muss ich vormittags kommen und nächste Woche- nachmittags. Auch Samstag ist ein Arbeitstag.

„Beim Arbeitsplanen hören wir zuerst an unsere Hauptverkäuferinnen, die viele Jahre in der Firma tätig sind. Eine Aushilfe sollte zu Kompromissen bereit sein“, erklärt Frau Müller.

 

Pluspunkte weihnachtlichen Arbeit

 

Es ist klar, dass es in dieser Zeit viel leichter ist eine Stelle zu bekommen. Auch für nicht gerade junge Leute. Es ist verständlich, dass viele mit Verpacken anfangen. Aber es gibt oft Fälle, dass man danach eine feste Anstellung bekommt und nicht nur für Basis, sondern auf Teilzeit oder Vollzeit.

Manchmal klappt es, jahrelang zur Weihnachten eine Beschäftigung zu haben, die nicht schlecht ist. So verkauft eine ältere Frau immer Lebkuchen bei uns in der Stadt.

Sie mag ihre Arbeit und wartet das ganze Jahr auf sie.

 

                                                                            Lina Zasepskaya,

Text und Fotos.

 

 

 

 

                     

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Über IF: Lina Zasepskaya

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