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Aufwärts entlang der Weser

Ich riskiere anzunehmen, dass vor der Einreise nach Deutschland die Mehrheit von uns (Auswanderern aus den ehemaligen Ländern der UdSSR) von den deutschen Flüssen maximal vier kannten (oder – davon gehört hatten): die Elbe, die Oder, der Rhein und der Main. Danach erweiterte sich unser Wissen auf die Flüsse, die durch Städte verlaufen, wo wir uns niederließen, welche wir besuchten usw.

 

Und nichtsdestotrotz blieben die vier oben erwähnten die Hauptflüsse. All die anderen…

Wie sich herausstellt, ist die Weser, die in nördlicher Richtung durch das deutsche Mittelgebirge und das norddeutsche Flachland auf den Gebieten von vier Bundesländern, bis heute einer der wichtigsten Wasserwege des Landes. Dabei auch fast auf seiner ganzen Länge.

Weser 7

Seinen Namen bekam der Fluss von der Stadt Hann. Münden, wo beide ihre Nebenflüsse Werra (Länge 292 km) und Fulda (Länge 218 km) zusammenfließen. Die gemeinsame Herkunft der Namen der Flüsse Weser und Werra deutet daraufhin, dass die heutige Werra einst als Oberlauf der Weser galt, als der längere Fluss, und die kürzere Fulda dagegen, nur als Nebenfluss galt. Die genaue Teilung der Namen Weser und Werra ist erst bei dem Übergang von dem Althochdeutsch zum modernen Hochdeutsch (im Mittelalter) entstanden.

Weser 3

An der Stelle des Zusammenflusses der beiden Quellgebiete der Weser ist ab 1899 der Weserstein mit der folgenden Aufschrift aufgestellt:

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Hann. Münden, d. 31. Juli 1899″

Auf einzelnen Strecken dient die Weser als Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen, aber auch zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Wetsfalen.

Zwischen Hann. Münden und Minden nennt sich der Fluss die Oberweser. An der Nordgrenze Mindens wird die Weser von dem Mittellandkanal durchquert. Und ab dieser Stelle, laut der Definition des Wasser- und Schifffahrtsamts, bekommt der Fluss den Namen die Mittelweser. Obwohl, vom geografischen Standpunkt gesehen wird als Grenze zwischen der Ober- und Mittelweser die Porta Westfalica genannt.

Weser 4

Die bedeutendsten Städte in der vorrangig landwirtschaftlichen Mittelweser-Region, zwischen Minden und Bremen, sind Petershagen, Nienburg, Verden und Achim.

Hydrografisch endet die Mittelweser am Weserwehr in Bremen-Hastedt bei Weser-km 362,3.

Und in Bremerhaven an der Geestemündung, endet die Unterweser und beginnt die innere Außenweser.

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So ein, wie es scheint, „schwerer“ Fluss. Zumindest bezüglich der Vielfalt der Benennungen und der „territorialen“ Aufteilung. Obwohl, bezüglich der Benennungen können die Interessenten sich im Internet informieren: dort gibt es zu diesem Thema buchstäblich ganze wissenschaftliche Arbeiten. Woher, warum, wie änderte sich alles mit dem Lauf der Zeit, usw.

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Aber ich habe mich wohl hinreißen lassen…Denn in diesem Fall ist es besser ein Mal zu sehen, als zehn Mal zu hören und zu lesen.

Und sehen kann man vom Deck eines ziemlich langen (und wie passt es nur in alle Flusskurven?) Kreuzfahrtschiffs aus. Eines Raddampfers, übrigens. Man muss verstehen, dass dieser extra für diese Zwecke schon bald nach dem Krieg erbaut wurde.

Weser 1

D.h. womöglich, auf einem moderneren Schiff gegen die Strömung schwimmen würde schneller gehen, aber die Menschen beeilten sich nicht. Nachdem sie für dieses Vergnügen etwa 35€ gezahlt hatten, widmeten sich die Passagiere für die nächsten 6 Stunden genau dem.

Hier, offenbar, muss man erklären, dass es Plätze nicht so viele gab, um im Sitzen die langsam vorbeischwimmenden Landschaften zu betrachten. Ungefähr zehn an jeder Bordseite. Obwohl, noch einige Stühle gab es auf dem oberen Deck und auf dem Vorschiff, aber diese standen schon an den Tischen. Eigentlich wäre es dort ohne ein Glas Bier zu sitzen irgendwie unangebracht.

Genauso, wie in allen inneren Räumlichkeiten des Schiffes. Außer, natürlich, der Diensträume. Also erholten sich alle „aktiv“ in der freien Natur. Das Angenehme mit dem Gesunden im Einklang. Das Gesunde – der Spaziergang aufwärts entlang der Weser, das Angenehme… Ja, was die Seele wünscht. Genauer gesagt – der Magen.

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Und nur der Autor dieser Zeilen hat sich mit dem von zu Hause mitgebrachten Butterbrot zufriedengestellt, während er ständig mit der Fotokamera von Backbord zu Steuerbord lief, um nichts zu verpassen.

Mal erschien hinter der Kurve eine Wassermühle, mal ein ernst dreinblickender einsamer Fischer. Außerdem die ganzen Wassertiere, die überhaupt keine Angst vor dem Dampfer hatten. Hielten ihn wohl für einen „von ihnen“. Oder waren einfach dran gewöhnt: diese Fahrten werden regelmäßig verwirklicht. Vom späten Frühling bis Mitte Herbst hinein.

Und wie, z.B. soll man die auf dem Weg liegenden Städte verpassen können: Porta Westfalica, Bad Oeynhausen, Vlotho? Denn hier gibt es was sich anzuschauen und zu fotografieren.

Wunderbar fühlen sich auf den Ufern der Weser auch die Liebhaber des „wilden“ Urlaubs: ganze Häuserkolonien auf Rädern waren alle fünf bis sieben Kilometer zu sehen. Und zum Mittag hin kamen Ketten an Kajaks, Kanus und anderen kleinen Booten entgegen.

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Sie schwammen natürlich mit der Strömung. Und zurück wird es mit Autos gehen. Zusammen mit den Booten. Gegen den Strom ohne Motor in Deutschland können es, meiner Meinung nach, nur Extremsportler wagen. Obwohl, wer weiß.

Also verflogen die fast sechs Stunden von Minden nach Rinteln fast unbemerkt. Und zurück fuhren wir mit dem Zug. Welcher etwa doppelt so alt ist wie der Dampfer. Und praktisch auch ein Restaurant auf Rädern. Außer, meiner Meinung nach, eines Waggons.

D.h. die einigen bevorzugen einen Spaziergang in der Umgebung mit dem Zug Anfang des vergangen Jahrhunderts, die anderen – auf einem Dampfer ebenfalls mit einem ziemlich antiken Äußeren. Aber an den Magen denken alle.

Weser 10

Aber auch ohne die Völlerei hinterlässt die Reise einen ziemlich angenehmen Eindruck. Wenn man es mag, natürlich, aber… Wenn Sie irgendwann einen freien Tag haben – fahren Sie dahin! Aber um die Tickets kümmern Sie sich lieber einige Monate vorher: es ist zwar nicht so, dass es nur ein Schiff gibt, aber Interessenten gibt es um einiges mehr.

Und die Fahrt (Schifffahrt?) ist ziemlich angenehm und bleibt in Erinnerung.

Boris Kunin. Foto des Autors.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Boris Kunin

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