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Integrationszentrum Mi&V e.V. – Mitarbeit und Verständigung

Integration durch Gartenarbeiten

In Russland hatte fast jede zweite Familie eine Datscha. Kleine und große, teuer und preiswerter, mit Wasser und ohne, es gab verschiedene Datschas. Jemand erbte von seiner Verwandtschaft ein fertiges Haus und Gemüsegarten, jemand bekam fast umsonst das Grundstück von seiner Arbeit; die Mehrheit jedoch musste selbst dafür ackern. Das Gleiche spielt sich auch in Deutschland ab, der einzige Unterschied: das Grundstück liegt oft in der Nähe des Heims.

 

Ein Garten?..

 

Wie baut man am schnellsten Kontakt zu seinen Mitmenschen aus? Diese Frage stellen sich viele Aussiedler und Migranten. Leider beschränkt sich oft der Kontakt zu den Nachbarn auf eine kurze Begrüßung. Jeder hat sein eigenes Leben, außerdem existiert eine sogenannte „Sprachbarriere“. Der einfachste Weg zur Integration mit den anderen führt über eine Mitgliedschaft im Schrebergarten Verein. Man muss nicht unbedingt etwas kaufen, es genügt ein Pachtvertrag von 30-50 Euro zu schließen. Fragen Sie einfach nach, sprechen Sie mit ihren Nachbarn, schauen Sie in den lokalen Zeitungen nach oder geben Sie Ihre eigene Anzeige auf. Nicht sofort, aber mit geraumer Zeit finden Sie irgendwelche Varianten. Übrigens, die Herbstzeit ist passend hierfür.

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Natürlich, wenn man pachtet ein Grundstück pachtet übernimmt man Verantwortung dafür. Andere Mitglieder des Vereins erwarten, dass das Grundstück gepflegt wird. Keine Angst, falls Sie keine Erfahrung haben: die Nachbarn werden Ihnen bestimmt helfen, sie werden Sie beraten, was und wo eingepflanzt werden soll, sie werden mit Ihnen Garteninventar teilen. Von selbst werden bald die üblichen Gartengespräche auf andere Themen abweichen.

Unser Alltag im Schrebergarten

Ich werde von unseren Erfahrungen erzählen. Vor drei Jahren wurde uns ein kleines Grundstück angeboten: unsere Nachbarin fuhr in eine andere Stadt. Wir waren damit einverstanden ihr Grundstück zu übernehmen. Auf dem Grundstück stand schon ein Holzhäuschen, aber das Territorium war ein bisschen verkommen. Praktisch sofort lernten wir unsere Nachbarn kennen. Von links, von rechts, gegenüber. Erstaunlicherweise, kamen sie selbst zu uns und fingen an mit uns zu reden, über sich zu erzählen. Zwischen ihnen gab es auch genügend Menschen aus anderen Ländern, die seit 30 oder sogar 40 Jahren nach Deutschland kamen. Grieche Dimitrius, Pole Martin, Italiener Marko, Deutsche Rainer und Alex, waren unser Grundstücks Nachbarn. Alle Männer mittleren Alters von 45 Jahre und älter. Wahrscheinlich, je älter man wird, desto stärker der Wunsch

der Erde nahe zu sein. Fast alle Gartenarbeiten wurden von Männern verrichtet. Frauen kamen hauptsächlich am Wochenende zum Sonnen baden. Aber es gab auch Ausnahmen. Rainers Frau Bjanka hatte immer große Lust Blumen zu pflanzen. Das Grundstück des Paars sah sehr eindrucksvoll aus.

Was pflanzen die Deutschen? Wie in Russland, Erdbeeren, Tomaten, Gurken und Himbeeren sind besonders beliebt. Wir pflanzten auch Kartoffel und waren danach froh: der Geschmack war toll!

In der ersten Zeit kauften wir irgendwelche Samen, aber bald gab es kein Bedarf mehr: unsere Nachbarn baten uns mal so, mal so. Es ist üblich bei deutschen Gartenvereinen.

Außerdem verbringen die Gartennachbarn ihre Freizeit zusammen: Sie essen und trinken zusammen und bewirten einander während ihre Kinder und Enkelkinder zusammen spielen.

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Gartenparadies.

In Schrebergärten kommen die Leute aus verschiedenen Gesellschaftsschichten zusammen. Ein Banker, ein Rentner, ein Bauarbeiter, ein Polizist. Im Schrebergarten finden sie etwas Gemeinsames. Und das ist wunderschön.

Lina Zasepskaya, Oberursel,

Fotos von Autorin.

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Lina Zasepskaya

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