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Ukraine: zwischen West und Ost

Am 24. August feierte die Ukraine den 22 Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Mehr als 1 Million Bürger nahmen an den Feierlichkeiten teil.

 

„Für die Ukraine ist die Assoziation in die EU eine wichtige Herausforderung für die weitere Bildung um ein moderner europäischer Staat zu werden“, sagte der Präsident der Ukraine Viktor Janukowitsch während einer feierlichen Versammlung in Kiew, in der wichtige ukrainischen Politiker teilnahmen. Danach sprach Janukowitsch über die Notwendigkeit von der „ Vertiefung der Integration mit Russland“.

Man sieht ganz klar: Die ukrainische Regierung versucht beide Seiten (EU und Russland) zufrieden zustellen. Und die ukrainischen Bürger? Wie leben sie, was wollen sie, was denken sie über die Unabhängigkeit der Ukraine? Während meines Besuchs Kiews versuchte ich auf diese und andere Fragen zu antworten.

 

Die Sprache bringt nach Kiew (russisches Sprichwort)

 

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Mein erstes Treffen mit der Hauptstadt Ukraines. Der Bus bringt mich zur U-Bahn „Charkowskaya“ in einem typisch aussehenden Stadtteil am Stadtrand. Hochhäuser, Kiosks, viele Menschen, die die U-Bahn verlassen. So ein Bild sieht man in Moskau, Petersburg, Minsk und viele andere Städte der früheren UdSSR. Langsam merke ich lokale Merkmale: Babuschkis, die alles verkaufen und Schilder auf Ukrainisch. Nachdem die Ukraine unabhängig geworden ist, wurde die ukrainische Sprache immer wichtiger.

Alle offiziellen Dokumente sind auf Ukrainisch, auch Sendungen werden in dieser diese Sprache bevorzugt. Im Hotel namens „Rus“, wo ich verbleibe, sind unter zwei Dutzenden Sendungen nur ein Russischsprachiger. Auch Touristeninformationen erscheinen nun auf Ukrainisch und… Englisch. Obwohl die Mehrheit der Touristen aus Russland kommen. In den Buchhandlungen sehe ich dagegen hauptsächlich russische Bücher. Alle Kiewer, mit der ich rede, sprechen auch Russisch.

„Ich kann leicht Ukrainisch reden,“ meint der 50jährige Busfahrer Michail, aber braucht man das? Natürlich, spricht man Ukrainisch in der Westukraine.

 

 

Man lebt besser, man lebt fröhlicher…

 

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Am Abend gehe ich zur Kiewer Hauptstraße Chretschatik. Was für Kontrast zu den deutschen Städte, in denen zu dieser Uhrzeit ganz ruhig ist. Auf die Chretschatik ist es so lebendig: Viele Leute, Geschäfte, Cafés und Kiosks sind geöffnet, auf der Straße gibt es Musikanten, Zauberkünstler und viele Passanten. Junge Leute mit Tauben in den Händen bieten an Fotos zu machen. Nicht umsonst, aber ganz billig.

Noch schöner ist der Platz der Unabhängigkeit oder Maidan: Großartige Gebäude Stalins, Fontäne, Werbungsschilder, die ukrainische gelb- blaue Flagge, verschiedene Denkmäler, darunter das neuste und bedeutendste Denkmal der Unabhängigkeit. Es wurde 2001 errichtet.

 

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Im Gegenteil zu Moskau und Petersburgs Einwohner zeigen Kiewer deutlich mehr Interesse an Kommunikation. Fast alle, mit denen ich mich unterhielt, sind mit der Unabhängigkeit der Ukraine zufrieden.

Wie eine Frau sagte: „Es ist gut, wenn in der Küche eine Hausfrau ist“.

Viele unterscheiden gar nicht „Unabhängigkeit! Und „freie Wirtschaft“. Um es einfach zu sagen, die Menschen sind froh, dass man nun alles kaufen kann. Natürlich, verdienen die Leute unterschiedlich. Ein Taxifahrer kann z.B. 500 Griwna oder 50 Euro am Tag verdienen, fast wie in Europa. Der Verkäufer dagegen weniger. Babuschkis, die auf den Straßen stehen, sind oft zufrieden, wenn sie 150 Griwna am Tag bekommen.

In der Provinz sind die Einkommen deutlich geringer. Mehr als 6 Millionen Ukrainer haben in den letzten 20 Jahre ihre Heimat verlassen. Ganz schon viel!

EU Bürger brauchen nun kein Visum mehr für die Einreise in die Ukraine, jedoch blieb der touristische Boom aus. In Kiew gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die man besichtigen kann. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die heutigen Kiewer sind politisch aktiv. Mit eigenen Augen habe ich gesehen, wie sich einige Camps im Stadtzentrum postiert haben.

 

Geschäfte, Cafés, Souvenirs..

  

Im Supermarkt ist alles vorhanden. Ganz genau wie in Europa und dazu noch die heimischen Spezialitäten wie z.B. Krimer Tomaten, verschiedene Salate oder leckere Schokolade der Kiewer Fabrik „Rochen“. In Chretschatik kann man das schön hergerichtete Geschäft der Firma besichtigen.

Die Cafés enttäuschen ebenso wenig. Originelle Ausstattung, ein großes Sortiment an ukrainischen, russischen und europäischen Gerichten, faire Preise und freundliches Personal stehen einem zur Verfügung. Außerdem sind sie rund um die Uhr geöffnet. Morgens und Abends werden sogar Ermäßigungen angeboten.

 

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Im Café

 

In Kiew gibt es viel zu erkunden, z.B. Sofia Kathedrale, Kiew – Pjetscherskij Kloster, die Bulgakovs Gedenkstätte. Die Stadt ist sehr grün, sodass man schöne Spaziergänge unternehmen kann. In Dnjepr kann man gut baden.

Abschließend über die ukrainischen Andenken, die man überall kaufen kann.

 

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Viele von ihnen ähneln den Russischen, es gibt aber viel mehr an gehäkelter Kleidung. Ukrainische Frauen tragen nationale Tracht nicht nur an Feiertagen, sondern auch im Alltag.

 

 

Text und Fotos v. Lina Zasepskaya

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über Lina Zasepskaya

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