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Stuttgarts Straßenbahnen und Treppen

Das sind wohl die stärksten Eindrücke von dem Besuch der Hauptstadt von Baden-Württemberg.

Straßenbahnen gibt es jedoch dort um einiges weniger, als Metrolinien oder S-Bahnen, aber es geht ja eigentlich nicht um die Menge. Es entstand der Eindruck, dass die Linien willkürlich gelegt wurden und erst dann zu einem gemeinsamen Liniennetz vereint wurden.

Beinah nach jedem zweiten Halt wird durchgesagt, dass man umsteigen kann. Wahrscheinlich ist Ihr ergebener Diener (der Autor dieser Zeilen) ein wenig von der Genauigkeit und der Verständlichkeit des hannoverschen öffentlichen Verkehrsmittelsystems verwöhnt. Vielleicht ist es einfach Gewohnheit. Aber die Stuttgarter Metro hat… irgendwie ein wenig angestrengt.

Es ist klar, dass die Einheimischen von der Kindheit auf an die Lage gewöhnt sind, aber für einen Touristen… Im Nachbar-Frankfurt ist alles irgendwie klarer und verständlicher.

Obwohl, in Stuttgart gibt es auch etwas Exklusives – die Zacke. Das ist eine Straßenbahnlinie, die auf den Berg fährt. Und wieder runter – selbstverständlich. Und damit nichts bei so einer Steigung passiert, wurden zwischen den Schienen Zahnstangen verlegt. Und, dementsprechend, gibt es unter dem Boden noch ein Zahnrad, das dem Wagon nicht erlaubt sich der Schwerkraft hinzugeben. Das bedeutet, dass ohne das ganze er nach unten einfach fliegen würde, und nach oben… würde er gar nicht kommen. Bei so einem Winkel.

Stuttgart 6

Für die, die nicht wissen, ist Stuttgart eine Stadt mit vielen Hügeln. Um nicht zu untertreiben. Dementsprechend führen viele Straßen entweder nach oben oder nach unten, je nach Richtung Ihrer Bewegung. Und um nicht an Kreuzungen stehen zu bleiben und von einer Straßenseite auf die andere zu gelangen, muss man Treppen nutzen. Und die haben alle mehr als zehn Stufen.

Und wieder, Treppen nach unten gehen ist in Ordnung, aber zurück? Also, vom Hotel zur nächstgelegenen Metrostation ging es nach unten. Aber nach einem ganzen Tag Spazieren in der Stadt, wollte man gar nicht mehr zurück kehren. In der Erinnerung an die mehreren Dutzend Stufen, die man auf dem Weg zur erwünschten Erholung schaffen muss. Ja, man kann natürlich auch die Straßen nutzen, aber in diesem Fall wäre die Entfernung viel länger. Dafür aber nicht so anstrengend, wenn man nicht dran gewöhnt ist.

Die Stadt selbst erweckt den Eindruck einer Art… Künstlichkeit. In dem Sinne, dass die Stadt nicht als ein Ganzes empfunden wird. Und, obwohl Wikipedia behauptet, dass die Stadt von dem schwäbischen Herzog Ludolph in 950 an der Stelle der uns noch seit dem 2. Jahrhundert bekannten römischen Burg Bad Cannstatt gegründet wurde, wird Stuttgart als ein Patchwork empfunden. Also alles zusammen, aber auch alles getrennt voneinander.

Stuttgart 8

In (heutzutage Stadtviertel) Bad Cannstatt gibt es ein stark ausgeprägtes historisches Zentrum. Und mit „Bad“ wird in Deutschland normalerweise ein Kurort bezeichnet und kein Stadtviertel. Obwohl, Mineralwasser und Schwimmbäder gibt es da.

Stuttgart 5

Wie auch Mercedes- und Porsche-Werke in anderen Stadtteilen. Die man übrigens vom Zentrum aus besser mit S-Bahnen als mit der Metro oder mit der Straßenbahn erreichen kann.

Ja, und noch eine Besonderheit. Sich satt essen kann man nicht in jedem Restaurant oder Café. Ach, wieso satt – überhaupt essen! An einem der Tage mussten wir fünf oder sechs Cafés verlassen, bis wir letztendlich eins gefunden hatten, in welchem man nicht nur trinken, sondern auch essen bekommt.

Ach, jetzt hab ich nur gemeckert, Zeit das Thema zu wechseln.

Stuttgart ist eine schöne Stadt. Königliche Paläste und Schlösser, unzählige Museen, Parks, eine einzigartige Landschaft, welche übrigens der Stadt, die sich einem Tal befindet, ein besonderes Klima „spendet“. Bis irgendeine Wolke über den im Weg stehenden Berg fliegt. Obwohl, auch wenn, dann verbleibt sie hier nicht lange.

Stuttgart 4

Die „Wiege der deutschen Automobilindustrie“ ist eine dynamische Stadt. Es ist ja nicht so, dass all ihre Bürger sich ständig irgendwohin beeilen, aber ein bestimmter Trubel ist fühlbar. Obwohl, das ist ja auch verständlich: im Süden sind die Menschen temperamentvoller. Selbstverständlich belagern die Touristenmassen nicht nur den zentralen Teil der Stadt, sondern auch die auch außerhalb Deutschlands berühmten Museen der beiden Weltautomarken: „Mercedes“ und „Porsche“. Darüber werde ich ein anderes Mal detaillierter berichten. Hier will ich nur anmerken, dass verschiedene Sprachen in den Hallen dieser Museen zu hören waren, was absolut natürlich ist.

Stuttgart 2

Wie auch die russische Sprache auf den Straßen Stuttgarts. Aber damit kann man im heutigen Deutschland niemanden mehr verwundern. Wie, übrigens auch, wenn eine friedliche Sozialhilfe empfangende Dame, die zu Hause vor dem Fernseher auf der Coach sitzt, im Alter, von sagen wir, gut 50 Jahren, plötzlich zum JobCenter eingeladen wird und einen Arbeitsvertrag bekommt.

Vollzeit. Für den Anfang befristet auf zwei Jahre.

Denn Baden-Württemberg ist ein reiches Bundesland. Und Arbeit gibt es da für alle. Naja, fast.

Stuttgart 1

Dementsprechend sind auch Privathäuser, die von ihrer Architektur mehr an Villen erinnern, keine Seltenheit in der Landeshauptstadt. Übrigens, die Errichtung dieser wird auf den hiesigen Berghängen bevorzugt. Und die Luft ist sauberer und die Aussicht ist wunderbar.

Im Übrigen ist alles so wie überall. Praktisch die gleichen Läden, eine große Fußgängerzone im Stadtzentrum. Der Sonntagsflohmarkt auf dem Königsplatz. Oder irgendwo in der Nähe davon – da lege ich nicht die Hand ins Feuer für. Denn in dem Moment war genau der interessant und nicht die Straßenschilder auf den Hauswänden.

Stuttgart 3

Und der Weg von Hannover nach Stuttgart ist besonders durch die unzählige Menge an Tunnels in Erinnerung geblieben. Und dadurch, dass bei der Ankunft der Akku im Handy komplett leer war. Dutzende Male Netz verlieren und wieder finden – das schafft kein Akku.

Zum Gesagten bleibt nur hinzuzufügen, dass die drei Tage in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs der Autor dieser Zeilen keineswegs bereut. Aber dort leben würde ich wohl kaum wollen. Obwohl…

 Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

Boris Kunin. Fotos des Autors.

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Über Boris Kunin

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