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Der russische Sieger Deutschlands

Interessante Informationen über seine Landsleute, die heute in Deutschland leben, kann man manchmal bei solch unerwarteten Umständen erfahren, dass einem nur bleibt sich zu wundern. In einem zufälligen Gespräch hat ein Russlanddeutscher Bekannter einst erwähnt: „Ich habe einen Freund, der vor Kurzem deutscher Sieger im Kickboxen geworden ist“. Ich stelle die präzisierende Frage: „Kommt er auch aus Russland?“Worauf die Antwort folgte: „Ja, aus Nordossetien. Das ist irgendwo im Süden des Landes, soweit ich weiß…“

 

 

 

Nachdem ich meinen Gesprächspartner versichert hatte, dass ich keine Erklärung der geografischen Lage meiner eigenen lieben Republik brauche, bat ich ihn mir die Telefonnummer des Sportlers zu geben, mit dem Ziel einen Artikel über ihn zu schreiben…

Der frischgebackene deutsche Sieger im Kickboxen, der 24-jährige Wadim Feger, aus der deutschen Stadt Freudestadt, stellte sich im Gespräch als ein ausgeglichener, ruhiger und ziemlich bescheidener junger Mann heraus, dessen Verhalten, auf den ersten Blick, in ihm keinen Kampfkünstler verrät. Der Gedanke schlich sich ein, dass er wahrscheinlich sein ganzes Temperament für den Boxring aufspart, als in der deutschen Stadt Jena Wadim seinen hohen Titel des deutschen Siegers von seinem Gegner Benni Pechmann in der Gewichtsklasse von 95 kg gewann.

– Wie es oft am Vorabend wichtiger Ereignisse geschieht, entstehen manchmal bestimmte Hindernisse, die das Geplante stören könnten, – sagt er. – So auch vor der Fahrt nach Thüringen, den Teil Deutschlands, wo das Turnier stattfand, hatte ich eine Erkältung eingefangen. Es entstanden schon die Gedanken nicht am Wettkampf teilzunehmen… Aber im letzten Moment habe ich meinen ganzen Willen gesammelt und sagte zu mir selbst, dass ich alles für den Sieg im Wettkampf in Jena machen werde. Und es hat alles geklappt!..

 

Bemerkenswert ist, dass Wadim kein Sportler ist, der von der Kindheit an bis zum Umkippen die Kampftechnik in den Sportsälen trainierte. Er fing ziemlich spät mit dem Kickboxen an – mit 17 Jahren. Die vorherige Trainingserfahrung im Bereich des Karate, Judo und Sambo, die der junge Mann erhielt, die er noch in der Schule Nr. 6 in der kleinen russischen Stadt Beslan erhielt, zählt nicht, denn diese Sportarten hatten ihn nicht besonders interessiert und die Begeisterung davon dauerte buchstäblich einige Wochen.

 

Und als ich zum ersten Mal sah, wie die Kickboxer im Sportclub „Asiatik“ der Stadt Baiersbronn trainieren, wo ich anfing zu trainieren, verstand ich sofort, dass das – meine Sportart ist, – sagt Wadim. – Schon nach drei Monaten des Trainings haben meine Lehrmeister mir vorgeschlagen am regionalen Jugendturnier in Nürnberg teilzunehmen. Und bei diesem Wettkampf habe ich mit einem technischen Knockout den Sieg erlangt. Dieser Erfolg, wenn man so sagen kann, hat mich „beflügelt“!

 

Und das zeigte sich auch in den weiteren Siegen im Wettkampf im Kickboxen des Landes Baden-Württemberg, und dann auch in dem neuerlichen Wettkampf Deutschlands.

 

Wadim Feger.

 

Außerdem tritt auch Wadim beim Ultimate Fighting auf, aber hier ist der Erfolg ziemlich launisch ihm gegenüber. Bis jetzt hatte er nur vier Kämpfe im Ultimate Fighting – bei zwei war er der Gewinner. Wadim zufolge, hatte er zum Gegner einen achtfachen Weltmeister der gemischten Kampfküste K-1 in einem der verlorenen Sparrings.

Aber Sport ist in größerem Maße doch nur ein Hobby für den jungen Mann. Im Alltagsleben verdient Wadim „seine Brötchen“ als Arbeiter in der Fleischverarbeitungsbranche in einem kleinen Betrieb, welcher Wurstprodukte herstellt. Und am Wochenende arbeitet er als Sicherheitsmann in einer Diskothek in Reutlingen.

Im Sport plant Wadim jetzt eine kleine Pause ein, obwohl er weiterhin, wie gewohnt, trainiert. Denn er hat schon Pläne für den Sommer: zum ersten Mal seit neun Jahren, in welchen Wadim in Deutschland lebt, will er sein liebes Nordossetien besuchen – die Verwandten treffen, die noch immer dort leben.

 

Ich wollte das schon lange machen, aber es hat nie funktioniert – entweder war ich mit Lernen beschäftigt, oder mit ernsthaften Trainings, – sagt Wadim. – Aber es gab zwei wichtige Ziele, die ich mit gestellt hatte, – einen Beruf und den Titel des deutschen Meisters erlangen – erledigt. Jetzt kann man die Zeit dafür finden, um seine liebe Republik zu besuchen, die ich, ehrlich gesagt, diese ganze Zeit vermisst habe.

 

Diana Revazova-Maier.

Foto von Aleksej Gengereyder.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer.

 

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über Diana Revazova-Maier

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