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„Pushkin – das Gesicht der russischen Poesie“, „Pushkin ist unser ein und alles“…

Solche Postulate wurden uns von unseren Literaturlehrern in der Schule gelehrt. Aber, dass diese Postulate die Wahrheit und die unerschütterlichen Konstanten in der modernen Welt der Kultur sind, wird uns erst im erwachsenen Alter klar, wenn wir moralisch reif sind. Wenn wir wirklich anfangen den tieferen Sinn einst sinnlos erlernter Strophen zu begreifen, die unter der Feder des Dichters entstanden. Wenn wir den ganzen Sturm der Emotionen und der Gefühle durchleben, die so einfühlsam in der Lyrik von Pushkin vermittelt werden.

Wenn wir uns von Zeit zu Zeit an den bodenlosen künstlerischen Schatz von Alexander Sergejevitsch wenden, in der Suche nach Antworten auf Fragen, die uns das Leben stellt, am Beispiel der Helden seiner Werke. Und wenn wir, Auswanderer aus den ehemaligen Ländern der UdSSR, unsere Kultur in unseren eigenen Kreisen vorstellen wollen, dann ist Pushkin das erste, worüber man sprechen will. Denn die Werte, die der Dichter zu seiner Zeit predigte, haben kein Ablaufdatum und keine geografische Bindung, sie sind immer und überall aktuell. Und deshalb wurden gerade das Leben und die Kunst von Alexander Sergejevitsch zum Thema des ersten Abends der russischen Kultur, der am 15. Februar in Aulendorf durch eine Initiative des Vereins „Frauentafel“ mit der Unterstützung der Organisation „AKA – Aktiv in Aulendorf“ stattfand.

 

Abend der russischen Kultur lockte nicht nur russischsprachige Interessenten an

Durchaus zu erwarten wäre, so scheint es, dass auf diesem Event sich nur russischsprachige Stadtbürger versammeln. Jedoch war von mehr als 30 Abendgästen die Hälfte der einheimischen Bevölkerung anwesend, und auch solcher, die bis dahin überhaupt nichts mit Russland und russischer Sprache gemeinsam hatten. Z.B. junge Frauen aus Namibia und Kenia, eine Flüchtlingsfamilie aus Makedonien… Und was noch charakteristisch ist, kam die Idee für die Durchführung solch eines Abends der einheimischen Deutschen Susanna Riest, der Leiterin des Vereins „Frauentafel“.

„Ich liebe einfach Russland, russische Traditionen, die russische Sprache, – erklärte sie in einer Ansprache an die Gäste. – In der Kultur der Völker Russlands gibt es so viel anderes, für uns Deutsche, Unbegreifliches. Deswegen wird das Interesse der Ausländer gegenüber Russland wohl nie erlöschen“. Und das ist in ihrem Fall besonders aktuell, was Susanna Riest demonstrierte, indem sie riskierte dem Auditorium den von ihr selber zubereiteten… Borscht, vorzustellen, wobei sie das Rezept irgendwo in Internet fand. Denn, wenn Pushkin das Gesicht der russischen Dichtkunst und Kultur ist, dann ist Borscht, nach westlichen Vorstellungen, – die Verkörperung der russischen Küche. Wie auch die Pudelmütze, die nach Meinung der Europäer, ein Hauptbestandteil des Kleiderschranks eines jeden echten Russen ist… Jedoch, in diesem Fall, ist allein der Fakt lobenswert, dass in Deutschland, unter Deutschen, die sehr scheu mit ihren eigenen kulinarischen Traditionen umgehen, es Leute gibt, die von sich auch die Geheimnisse der russischen Küche entdecken wollen. Borscht in „Ausführung“ von der Deutschen Susanna Riest war übrigens ziemlich lecker.

Moderatorin des Abends Irina Nojgum mit ihrer Tochter, der Dolmetscherin

Nach dem kurzen Festessen, erzählte die Moderatorin des Abends der russischen Kultur Irina Nojgum in „komprimiertem Format“ über das Leben von Alexander Sergejevitsch, wobei sie ihre Erzählung mit denen noch in der Schule erlernten Zeilen abwechselte: „Der Sturm bedeckt den Himmel mit Nebel…“, „Ich erinnere mich an den wunderbaren Moment…“, „Frost und Sonne – ein wunderbarer Tag…“, „Ich liebte Sie…“… Und während Sie das auf Russisch vortrug, rezitierte ihre Tochter Katharina das Ganze in der deutschen Übersetzung. Jedoch, an vielen Gesichtern konnte man erkennen, was für eine Befriedigung sie von dem Hören der russischen Sprache bekamen. Einige der Anwesenden verstanden überhaupt kein Wort. Aber lauschten der Musik des Gedichts mit geschlossenen Augen, als ob sie diese unbekannten Laute sich auf der Zunge zergehen lassen würden.

Gesondert zu erwähnen ist auch die musikalische Begleitung dieses Abends. Wundervolle, unsterbliche Musikstücke verschiedener Komponisten erklangen unter den Händen von Inna Friedel, die auf dem weißrussischen Saiten-Volksinstrument Zynbal spielte.

Inna Friedel, die wundervoll das weißrussische nationale Musikinstrument beherrscht

Der Abend verlief in einer freundlichen, warmen und entspannten Atmosphäre, sodass entschieden wurde solche Versammlungen für Interessenten an der russischen Kultur regelmäßig durchzuführen. Es wurde auch schon ein vorläufiger Ablaufplan erstellt.

So soll am 08. März der internationale Weltfrauentag gefeiert werden. Und am 15. März wird ein Treffen mit dem orthodoxen Pfaffen Aleksej Wasinyj durchgeführt, der aus Weißrussland nach Deutschland von der evangelischen Kirche in Rahmen des Kulturaustauschprogramms, eingeladen wurde.

 

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über Diana Revazova-Mayer

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