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„Wir unterstützen keinen Raub…“

In unsere Redaktion kommen ständig Anrufe mit der Information darüber, dass Trickdiebe weiterhin das Geld aus den gutgläubigen Bürgern aussaugen. Die Mittel der Trickbetrüger unterscheiden sich – von dem berüchtigten „Enkel-Trick“, wenn die Trickdiebe sich für Verwandte des Opfers ausgeben, bis zu den s.g. „Schockanrufen“, wenn das potentielle Opfer mit verschiedenen Telefonhorroranrufen eingeschüchtert wird.

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 Die einfachste Methode

Nach vielfachen Meldungen der Ordnungshüter, operieren mobile Gaunergruppen in ganz Deutschland, wobei sie „potentielle Klienten“ einfach aus dem Telefonbuch aussuchen. Und, wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Opfer der Telefonbetrüger unsere Landsleute sind – Umsiedler aus den ehemaligen Ländern der UdSSR, ist das Heraussuchen der Telefonnummern nach Namen für die Trickdiebe nicht sonderlich schwer. Außerdem sind heutzutage alle Telefonbücher im Internet verfügbar.

Weiter unten führen wir einige Episoden der kriminellen Trickbetruge, die sich erst kürzlich ereigneten. 

Und wieder der „Enkel-Trick“

Vor einiger Zeit wurde eine 82-jährige Rentnerin aus Wolfsburg von einem Unbekannten angerufen, der sich als ihr Neffe vorstellte. Er sagte der älteren Dame, dass er dringend ein Auto in Braunschweig kaufen muss, wofür er acht Tausend Euro braucht. Der „Neffe“ rief noch zwei Mal an, entschuldigte sich für „seine leicht heisere Stimme“ und versuchte mit aller Kraft die Rentnerin davon zu überzeugen in seinen Kauf zu investieren. Aber die ältere Dame ließ sich nicht von ihm einlullen und rief ihre Verwandten an, wodurch der Versuch des Gauners sich an der Dame zu bereichern ins Wasser fiel.

Dem Kommissar der Kripo Horst-Peter Ewert ist dieses Trickschema gut bekannt und führte nicht nur ein Mal zu traurigen Ergebnissen für die „Klienten“ der Trickdiebe. Aber in diesem bestimmten Fall halfen die Skepsis und die ausgewogenen Handlungen der Rentnerin ihr einen finanziellen Verlust zu erleben

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Polizei Kommissariat Nord Stadt in Hannover.

Der alte Trickser

Ein 75-jähriger Mann wurde vor einigen Tagen auf der Rostocker Straße in Seelze wegen Anschuldigung im Diebstahl von 2000 Euro aus der Wohnung, der auf dieser Straße lebenden 83-jährigen Eheleute, festgenommen. Wie die Ermittlungen zeigten, hat der Trickdieb in der Wohnung des Ehepaars etwa um 16 Uhr geklingelt. Er stellte sich als Steuerprüfer vor und berichtete, dass er mit „dem Ziel gekommen ist ihre Rente zu versteuern“. Der Trickser verlangte Kontoausdrucke für die Überprüfung der letzten Überweisungen. Der nichts ahnende Herr des Hauses übergab dem Mann die Truhe, in der zusammen mit den Kontoauszügen noch 2000 Euro lagen. Der Möchtegernsteuerprüfer tat so, als würde er die Dokumente inspizieren und dann holte er aus der Truhe das ganze Bargeld heraus und verschwand schnell. Dieser viel zu übereilte Schritt des „Steuerberaters“ machte den Herren des Hauses stutzig, der den Diebstahl bemerkte und auf die Straße mit einem Hilferuf hinauslief. Zum Glück für das Opfer, kam in diesem Augenblick der Briefträger, der sofort hinter dem Verbrecher die Jagd aufnahm. Die Rufe des Opfers hörte auch ein Polizist, der in der Nähe war. Zusammen schafften die Verfolger den Dieb festzuhalten und ihn in die nächstgelegene Polizeidirektion zu befördern. Bei der Durchsuchung wurden weitere 1500 Euro entdeckt, die, den Ermittlern zufolge, er mit einem ähnlichen betrügerischen Trick bei einem neuzugezogenen Bewohner der Neustädter Straße in Wunstorf stahl. Die Polizei sucht nach Zeugen und möglichen Opfern des Betrügers und bittet sich mit der Abteilung EG „Trick“ in Hannover unter der Telefonnummer 0511/109-3117 in Verbindung zu setzen.

Geisterjäger

Nach Angaben des Oberkommissars der Kripo Hannover und des Leiters der Ermittlungsgruppe „EG-Trick“ Carsten Luhmann, wandern kleine mobile Gaunergruppen schnell durch das Land, veranstalten „Telefonvorstellungen“ in verschiedenen Städten und Dörfern, dann verschwinden sie genauso schnell, tauchen unter, um nach einiger Zeit wieder ihre „Arbeit“ aufzunehmen.

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Ober Kommissar v. Kripo Hannover, Herr Carsten Luhmann.

Einige simple Ratschläge

In Zusammenhang mit den verhäuften Versuchen der Geldentwendung mittels Betrug von der Bevölkerung rät die Polizei Folgendes zu tun:

–  Wenn Sie von einem Unbekannten angerufen werden und Ihnen mitgeteilt wird, dass Ihre Verwandten in einen „Unfall“ oder in ein kriminelles Drama verwickelt sind und Lösegeld verlangt wird, dann eilen Sie nicht das Geld einem Mittelsmann zu übergeben, rufen Sie Ihre Verwandten an und kontrollieren Sie, ob mit ihnen alles in Ordnung ist.

– Nennen sie im Telefongespräch mit Unbekannten keine Namen. Fragen Sie nach, wie derjenige heißt, der nach Angaben des Anrufers, sich in der beschriebenen Situation befindet. In der Regel können sie die Frage nach dem Äußeren, dem Namen und dem Alter des Menschen, für welchen sie das Geld brauchen, nicht richtig beantworten.

– Wenn der Anruf des Unbekannten verdächtig war, rufen Sie sofort die Polizei unter der Nummer 110 an.

– Wenn Unbekannte versuchen in Ihre Wohnung unter einem Vorwand einzudringen, schämen Sie sich nicht die Nachbarn zu rufen oder Verwandte anzurufen.

 

 

Vitalij Shnayder

Fotos v. V.S.

Aus dem Russischen von Yevgeniya Marmer

 

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Über Vitalij Shnayder (Hannover)

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