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Goa oder das Paradies auf Indisch

Indien… Jeder träumt davon, dieses geheimnisvollen Land zu besuchen. Es scheint uns- frühere Sowjetbürger- so bekannt: viele von uns haben eindrucksvolle und sentimentale indische Filme geschaut. Heute kann man diesen Traum verwirklichen: man kann ein Ticket nach Goa kaufen und ein indisches Visum besorgen. Das Visum allerdings ist teuer, wir mussten 100 Euro pro Person bezahlen, genauso viel für die Kinder. Von Bürgern anderer Ländern wurde deutlich weniger verlangt, dass fanden wir ungerecht.

 

Und so, sind wir nach Goa geflogen. Goa liegt im Süd-West Indiens direkt an der Küste des Indischen Ozeans. Internetseiten erzählten, dass Goa ein touristisches Paradies ist. Sonne, Meer, billige Preise, Hippies in den 60er Jahren hatten Goa entdeckt.

Wir kamen nach Goa in der besten Jahreszeit an Silvester. Nachdem wir das Flugzeug verlassen hatten, fühlten wir gleich: wir sind in einem Tropischen Land. Es war heiß und schwül, obwohl es nur morgen war. Der Flughafen war klein und bescheiden, indische Mitarbeiter- reserviert. Kein Lächeln, kein Handschlag, alle Gesichter waren ernsthaft. Draußen gab es ein anderes Bild: Taxifahrer baten energisch ihre Dienste an. Neben veralteten Autos gab es neue Fords und Toyotas. Fast alle Fahrer sprachen gut Englisch. Wir baten einen Fahrer uns zur Küste in irgendein Hotel zu bringen und fuhren los. Unterwegs schauten wir ins Fenster: alles sah so aus, als hätte es hier vor Kurzem ein Orkan gegeben: kaputte Häuser und Ruinen. Nur selten konnte man mal schöne Neuhäuser sehen. „Monsun“, erklärte der Fahrer, „Sechs Monate lang regnet es stark“. „Und was machen die Menschen?“ „Sie sitzen zu Hause“.

Drinnen war es auch nicht besser als draußen. Gitter am Fenster, alte Möbel, ungemütlich. Nur nach dem vierten Versuch fanden wir etwas Passendes. Das Zimmer kostete dagegen nicht billig- fast 40 Euro für eine Nacht. Wie das Monatsgehalt vieler Inder.

Schockierendes Asien

Nach ein paar Stunden Schlaf, wachten wir auf. Müde vom Flug, dazu noch die   Zeitunterschied. Trotz Moskitonetze gab es Moskitos im Zimmer. Krankheitserreger? Dieser Gedanke war nicht angenehm. Gott sei Dank hatten wir viele Desinfektionsmittel dabei. Nun wollten wir nach draußen gehen, um etwas zu essen. Laute indische Straßen waren vollbesetzt mit Menschen und Autos.

Indische Straße

Es gab keinen Fußweg, so gingen wir langsam entlang der Straße. Überall war Schmutz, keine Mülleimer, Autos zusammen mit Kühen unterwegs. Schockierendes Asien!

Aber es gab auch etwas Nettes: Schöne indische Frauen in farbigen Kleidern. Sie sahen wie exotische Prinzessinnen aus. Einige trugen auf ihren Köpfen große Körbe mit Früchten, dazu Babys.

Indische Frauen sind für ihre Schönheit bekannt

Wir suchten irgendeine Bäckerei, ein Café oder einen Supermarkt, aber fanden nichts. Auf dem Markt gab es nur exotische Früchte oder Andenken. Erfahrene Verkäufer verstanden sofort, dass wir Russen sind und luden uns in ihre Geschäfte mit ein paar Wörter auf Russisch ein.

Endlich fanden wir einen Imbiss, aber das Essen gefiel uns nicht: das Hähnchen war zu scharf, der Reis schien geschmacklos, überall war es schmutzig. Dagegen schienen die Einheimischen ganz zufrieden zu sein. Die überall fliegenden Fliegen störten sie nicht. Wir bemerkten, dass fast nur Inder um uns herum waren. Jung, schlank, gut gelaunt. Wo sind die Touristen?

Wie sollen wir unsere Kinder ernähren?

Auf der Suche nach Zivilisation

Bald wurde klar: der Fahrer brachte uns in der Provinz. Wir müssen an die Küste fahren. Fast eine halbe Stunde fuhren wir mit dem Taxi. An der Küste war das Leben schon zivilisiert: dort gab es Kaffee mit europäischer Küche, Apotheken und kleine Supermärkte. Und das Meer hat uns gefallen: warmes Wasser, weicher Sand, starke Wellen. Man wollte überhaupt nicht das Wasser verlassen. Wunderschöne Palmen ergänzten das Bild. Am Strand hatten wir dagegen keine Ruhe. Zu uns kamen immer wieder Verkäufer und Bettler, unter denen sogar 10-12jährige Kinder. Die Inder reagierten nicht auf unsere Wörter und Gesten. Sie gingen einfach nicht weg. Ein Inder hat uns gelehrt: „Sagen Sie „Jallo!“ und sie verschwinden“. Das hat uns geholfen.

Es ist schade, dass die Inder die Touristen nur als Milchkühe betrachteten. Mit ihren eigenen Landsleute waren sie auch ziemlich grob.

Von außen sieht das Hotel schön aus

Hier- an der Küste- gab es mehr Hotels, aber etwas Preiswertes, weniger als für 40 Euro pro Tag ließ sich nicht finden.

Es war unmöglich mit den Hausherren zu handeln. „Bezahlen Sie lieber gleich, sonst wird es noch teurer“, sagte eine Besitzerin. Ihr böses Gesicht erinnerte mich an ein Bösewicht aus alten indischen Filme.

Es gab hier natürlich weniger Touristen, als z B. in der Türkei, aber sie waren, Gott sei Dank, da. Unsere Landsleute, Deutsche, Spanier und vor allem- Engländer. Viele von ihnen waren hier Stammkunden und blieben 5-6 Wochen lang. Viele Einzelgänger, meistens komische Menschen und fast keine Familien mit Kindern. Vielleicht, wegen der Angst von so einer Exotik. Allmählich verstanden wir, warum Engländer Goa toll finden. Nach ein paar Tagen am Ort fanden wir alles nicht mehr so schrecklich. Wir lernten den Geschmack des Essens schätzen, sowie die billigen Verkehrsmittel, das Leben auf der Straße, das niemals aufhörte und dies schenkte uns das Gefühl des ewiges Festes. Abends, wenn es nicht mehr so heiß war, gingen wir spazieren, besuchten indische Tempel.

Die Tempel sind den ganzen Tag geöffnet

Indische Massage- Ayurveda- ist noch ein weiteres preisgünstiges Erlebnis. Eine Stunde Massage kostet zwischen 5- 10 Euro. Dabei benutzt man viel Öl, vor allem Kokosöl, weil Kokospalmen überall wachsen.

Man kann Kokosnüsse überall kaufen

Man kann auch in Ayurvedische Zentren Schnupfen, Halsschmerzen, Bronchitis und andere Krankheiten heilen lassen. Außerdem können Touristen Yogaschulen oder Wahrsager besuchen. Aus Neugier ging ich zu Einem von ihnen. Es war ein bärtiger Mann mittleren Alters, traditionell bekleidet. „Sie können mich fragen, ich werde antworten solange Sie das möchten“, sagte er mir auf Englisch. Ich musste nach der Zeit bezahlen. Es war nicht teuer: etwa 8 Euro für eine halbe Stunde. Es war interessant, den Wahrsager zu hören, allerdings erzählte er mir nichts Ungewöhnliches.

Die Woche verlief sehr schnell. Wir fuhren nach Hause mit einem besonderen Gefühl. In dieser Woche haben wir viel mehr erlebt, als in   irgendwelchem Urlaub. Wir sind in einer anderen Welt gewesen und waren glücklich, nach Hause zurück zu kehren.

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über Lina Zasepskaya, Frankfurt

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