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Der Hausmeister: die gute Seele eines Hauses

 

Wir haben schon gehört, dass in Russland Usbeken, Tadschiken und andere Ausländer Höfe und Eingänge putzen. Und wer macht das in Deutschland? Es stellt sich heraus, dass auch hier unter den Hausmeister viele Menschen mit Migrationshintergrund, auch unsere Landsleute, beschäftigt sind.

Ordnung muss sein

Der 45jährige Evgeny Pisch wurde zufällig zum Hausmeister. Nach der Ausbildung bei einer Technischen Schule in Russland reparierte er Aufzüge. Nach Deutschland gekommen, arbeitete Evgeny zuerst im Fastfood Restaurant, dann in der Küche im Altenheim und als Lagerarbeiter. Er verdiente nicht schlecht, dafür gab es einen starken Leistungsdruck. Bei seiner Lagerarbeit lernte er einen Chef einer Objektbetreuungfirma kennen. Er suchte neue Mitarbeiter.

„Bei uns wirst du selbständig arbeiten: Ist die Arbeit fertig, bist du frei“, versprach der Chef.

Das hat Evgeny gefallen: niemand beobachtete einen, alle Verpflichtungen sind festgelegt und man sieht das Ergebnis seiner Arbeit: Sauberkeit und Ordnung im Haus und Hof.

„Natürlich, es gibt viel Arbeit, viele Verpflichtungen und Objekte“, gibt Evgeny zu. „ Einmal in der Woche wird das Treppenhaus geputzt, Müllcontainer entleert, bei Bedarf andere Sachen gemacht, etwa kaputte Glühbirnen auswechseln oder der Hof gefegt. Bei uns bedient ein Hausmeister 30-40 Häuser. Der Chef ist immer auf der Suche nach neuer Arbeit: mehr Objekte – mehr Einkommen.

In vielen Häusern macht es richtig Spaß zu arbeiten, dort sorgen selbst die Bewohner für Ordnung, aber es gibt auch „Problemhäuser“, vor allem Hochhäuser, in denen die Leute aus verschiedenen Ländern mit ihrer eigenen Lebensweise leben. Sie lassen direkt am Eingang Müll oder Müllsäcke, werfen überall Kaugummis und kostenlose Zeitungen hin…“

Vor der Arbeit. 

Heutzutage sind unter den Hausmeister auch viele Ausländer, besonders in den kleinen Firmen. Viele Einheimische finden, dass diese Arbeit wenig bezahlt und wenig angesehen ist. Deshalb suchen Chefs diejenigen, die bereit sind für 8-10 Euro pro Stunde zu arbeiten mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld nach Belieben „ was der Chef selbst geben wird“.

„Letztes Mal hoffte ich, eine gute Summe zu Weihnachten zu bekommen, aber der Chef gab nur eine Kleinigkeit, einen Betrag, mit welchem man etwa einmal Auto tanken könne. Wie oft, fand er eine Ausrede: die Einkommen der Firma wurden geringer“.

Deshalb ist es nicht wunderlich, dass in der Firma, wo Evgeny tätig ist, fast alle Mitarbeiter Ausländer sind. Evgenys Kollegen sind ehemalige Polen, Albaner und Türken. Viele arbeiten wegen ihrer Auswegslosigheit: Sie können nichts anderes finden, müssen aber ihre Familien ernähren. Jemand arbeitet gewissenhaft, jemand- schlampig. Deswegen gibt es oft Beschwerden. Aber es gibt auch Beschwerden ohne Grund, fast in jedem Haus gibt es solche Leute.

 

Im Winter und im Sommer

„ Der Winterdienst ist etwas Besonders“, erzählt Evgeny. „Du fährst um 5 Uhr morgens Schnee zu räumen, damit alle Fußwege frei sind. Danach arbeitest du wie üblich. Abends musst du wieder alle Höfe kontrollieren, Schnee räumen und alle Fußwege mit Salz streuen. An solchen Tage arbeite ich 12-14 Stunden. Mühsam, aber die Arbeit gefällt mir. Auf jeden Fall, friere ich nicht“, lächelt Evgeny.        

Winterdienst. Evgeny Pisch. 

Übrigens, in der Winterzeit(November- März) darf man keinen Urlaub nehmen, das steht sogar im Arbeitsvertrag. Deshalb- keine Winterferien.

Im Sommer mähen wir Rasen, pflegen Gärten, das macht viel Arbeit.

Rasen mähen.

Auch im Sommer mache ich viel Vertretung: Kollegen können in den Urlaub gehen.

Also, meine Arbeit ist vielseitig, da bin ich zufrieden. Schön wäre es, wenn mein Gehalt etwas höher wird.                                

 

 

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Über Lina Zasepskaya, Frankfurt

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