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Die Sommernächte von Slowenien

/Ein Urlaub in dem Land, das die perfekte Melange von Slawisch und Europa zu sein scheint./

Der Geruch vom Nadelwald erfüllt die Luft und wenn ein leichter Frühlingswind die lila Köpfe hin und her wiegt, entfaltet sich ein feines Bukett aus Wildblumen. Wie auf einem Thron blüht die Pracht im Wildnisgebiet auf dem Krainer Schneeberg. Von der Spitze blicke ich direkt ins Nachbarland Italien. Es liegt da zum Greifen nah, umhüllt von grau-bläulichen Berggipfeln.

Auf dem Berg gibt es nur eine Hütte. Es führt kein befahrbarer Weg dahin und der Hüttenwart schleppt die Einkäufe auf dem eigenen Rücken hoch. Wir bleiben diesmal nicht über Nacht und steigen herunter vorbei an blühenden Kiwipflanzen zu unserer Ferienwohnung auf dem Bauernhof. Hier haben wir auf unserer Reise ein Zuhause, wie wir es uns kaum besser hätten vorstellen können.

 

Eine Stunde von der Hauptstadt Ljubljana entfernt, befindet es sich auf einem Hochplateau am Ende aller Straßen in Osredek. Die Gastfreundschaft der Familie hat uns besonders gut gefallen. Jeden Tag bereitete Frau Judita uns aufwendige Speisen zu. Die Zutaten wie Tomaten, Kartoffeln und Äpfel, stammen aus dem hauseigenen Anbau. Sie kamen auf den Tisch, der reichlich gedeckt war mit Tellern und Schalen, aus denen wir uns bedienten. Frau Strle schmückte ihn mit duftenden Rosen und Orchideen aus ihrem Garten. Wir aßen auf der Veranda mit dem Ausblick auf die Wälder am Hang. Direkt dahinter erstrecken sich die Weizenfelder soweit das Auge sieht. Der Bauernhof wurde für die zwei Wochen zu unserer Basis. Im Herzen von Slowenien gelegen, bietet er eine gute Möglichkeit, das gesamte Land kennenzulernen. Vor allem auch weil Juditas beiden Söhne uns gerne herumführten und uns die geheimgelegenen Orte zeigten, die den meisten Touristen verborgen bleiben.

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Bauerhof der Familie Strle.

Slowenien ist ein Geheimtipp, ein Land das früher häufig bei Urlaubsplanungen übersehen worden ist und nun immer mehr Menschen anzieht. Zu Recht, denn es bietet viele Sehenswürdigkeiten, sodass es kaum möglich ist, sie alle aufzuzählen. Ich beschränke mich deswegen auf die Orte, die mich besonders beeindruckt haben und ich lasse ansonsten die Der erste Ort ist genau genommen ein Gebiet, das Gebiet um Bled, etwa 50 km nördlich von Ljubljana. Da befindet sich das Flusstal Vintgar-Klamm im Nationalpark Triglav. Ein Unwetter vor einigen Jahren hat seine Spuren hinterlassen: Entwurzelte Jahrhunderteichen liegen schwer auf den Abhängen. Unter ihnen fließt das Wasser des Flusses Radovna. Es ist so rein, dass es blaugrün schimmert.

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Der Wanderweg durch das Tal führte uns über Brücken und Holzstege, bis wir am Ende am Wasserfall Šum ankamen.

Das Frühjahr ist sehr warm in Slowenien und lädt zum Schwimmen ein. Olivenbäume und Palmen zieren die Promenade am Bleder See. Ein dichter Wald und Berge umranden sein Ufer. Nach diesem langen Tag machten wir eine Rast in dem Restaurant direkt am Wasser. Wenn die Nacht den Tag ablöst und sich eine Dämmerung am Horizont abzeichnet, zieht eine leichter wolkiger Nebel über die feinen Riffeln auf dem Wasser.

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Bleder See.

Slowenien hat viele sehenswürdige Seen. Wir wollten unseren Tag ruhig angehen. Er begann morgens mit einer Bootsfahrt am See von Zbilje. Ab da nannte ich ihn nur noch „Schwanensee“.

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Der See von Zbilje beherbergt Dutzende Schwäne und Enten.

Kleine Kioske verkaufen Futter für die Vögel. Die Schwäne ließen sich gerne füttern, während wir die Sonne und frische Brise im Café am Wasser auf der großen Seeterrasse genossen.

Von dort aus fuhren wir Richtung Nordwest. Die Landschaft in Slowenien prägen zahlreiche Berge. Jeder Hobby-Höhlenforscher sollte sich Zeit nehmen für die Postojna Höhle. Ein Höhlenzug, der sehr an eine Achterbahn erinnert, fährt die Gäste in die tiefste Ecke der Höhle. Von dort aus führt ein Leiter die Gruppen durch ihre entlegensten Räume, die mit zahlreichen Stalagmiten und eiscremeförmigen Tropfsteinen geschmückt sind. Der Weg bringt die Besucher auch zu den seltenen Grottenolmen, bevor sie mit dem Zug zurück an die Oberfläche gefahren werden.

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Die Mutter Judita und ihre zwei Söhne Urban und Tilen.

Von der Höhle aus ist es nur ein Katzensprung zum Predjama Schloss, einer Höhlenburg, die vor über acht hundert Jahren in eine unzugängliche Felswand gebaut worden ist. Als der Bauherr Luegg belagert worden ist, soll er sich über geheime Höhlenlabyrinthe mit Essen versorgt haben. Die Burg blieb uneinnehmbar. Heute kann man sie glücklicherweise begehen. Ein Museum zeigt die Kleidung und die Waffen, denen sie durch die Geschichte ein Zuhause geboten hat.

Die letzte Haltestelle in diesem Bericht ist ein Ort, der nicht ausgelassen werden darf. Es ist die Hauptstadt Sloweniens, Ljubljana.

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Ljubljana, Aussicht auf die Burg von Ljubljana.

Ljubljana ist umrandet von Gebirgszügen, der Fluss Ljubljanica fließt durch ihre Venen. Große Promenaden führen durch den Stadtkern, dutzende verzierte Brücken verbinden die Ufer. Das Flair erinnert an Italien. Die Stadt bietet ein ausgewogenes kulturelles Programm aus Museen und Galerien, Kirchen und architektonischen Meisterwerken, an denen der Krieg vorbeigezogen ist. Doch genauso beheimatet sie die alternative Szene, die besonders auf dem Gelände des autonomen Jugendzentrums Metelkova zum Ausdruck kommt. Stellt euch vor: Ein großes, von alten Mauern sporadisch umgebenes Plätzchen voller Clubs und Bars, wo im Sommer die Partys meistens bei Zigaretten und Wein auf der Straße stattfinden. Sie müssen nichts mitnehmen, gehen Sie einfach hin, setzen Sie sich dazu und der Nächste bietet Ihnen wie selbstverständlich ein Getränk an, mit dem sich die Wärme des Tages herunterspülen lässt.
Kleine, schmale Labyrinth-Straßen gehören zu dieser Märchenstadt, ebenso wie große Partymeilen, die Touristen locken. Wie kann man auch eine Stadt nicht lieben, deren Rathaus pinkfarben ist?

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Promenade von Ljubljana.

Das Essen in Slowenien ist sehr lecker und auch sehr günstig. Wenn man sich nicht entscheiden kann, ist es auch nicht schlimm, denn auf dem Marktplatz gibt es häufig Essensfeste. Dort überbieten sich Köche, Bars und Restaurants mit der Vorstellung ihrer Speisen, die gemütlich auf der Promenade genossen werden können. Mit einem netten Lächeln bekommt man die eine oder andere Köstlichkeit sogar obendrauf umsonst. Ein frischer, warmer Burek lässt sich dann wunderbar auf einer der Bänke verspeisen mit der Aussicht auf den Fluss. Oder man geht gleich hoch hinauf zur Burg und picknickt mit dem Ausblick auf die gesamte Stadt. Das ist alles möglich, denn die Wege sind kurz.

Slowenien ist ein Land, das ich nicht vergessen werde. Zu sehr fühlt man sich da heimisch und willkommen. Mich beeindruckte die Schönheit der Natur, die mich bis in die letzte Sehne entspannt hat, die Herzlichkeit der Menschen, die in den Sommernächten draußen zur Geige in der Innenstadt gesungen haben, und vor allem die besondere Atmosphäre, die dieses Land hat, ganz versteckt in den Bergen, zwischen den Seen und umgeben von dichten, grünen Wäldern.

Ich empfehle jedem, dieses Land zu besuchen. Allerdings auf eigene Gefahr. Es kann nämlich sein, dass Sie nicht mehr nach Hause gehen wollen.

 

Inka Sommer, Text und Fotos.

 

 

 

 

 

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Über IF: Inka Sommer

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