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Integrationszentrum Mi&V e.V. – Mitarbeit und Verständigung

Der Herr Giftmischer

Wenn eine Person, die angeblich zufällig sich neben Ihnen am Cafétisch hinsetzt, in der Tat, ein Giftmischer wäre, dann könnte Ihre schöner Abend bestenfalls in einem Straßengraben, gefolgt von Durchfall und Erbrechen, sowie dem Flimmern vor den Augen und unsicherem Gang, enden und im schlimmsten Fall …

Wenn im ersten Fall, aufwachend im Graben, werden Sie die persönliche Gegenstände und das Geld nicht auffinden, dann werden Sie zumindest ein kleiner Grund zur Freude haben – Sie sind doch am Leben geblieben. Denn im zweiten Fall, der Verlust von Geld und persönlichen Gegenständen wird Ihnen keine Sorge bereiten, sowie überhaupt alles Vergängliches.
Einem nasskalten Winterabend feierte die fröhliche Gesellschaft das Wochenende in einer der kleinen Bars. Beim Wechseln von einer Kneipe zur anderen, ziemlich angetrunkene Freunde (denn die waren ursprünglich drei) haben gar nicht bemerkt wie es zum Abend und danach auch zur Nacht kam.
Beim Einbruch der Nacht ist der dritter Freund etwas müde geworden und die beiden anderen haben verstanden: es wird die Zeit, ihm in einen Taxi umzuladen und ihm nach Hause, mit einer geringen Geschwindigkeit, als eine Art wertvoller Eigentums, zu schicken. Was demnächst auch getan wurde. Zusammen verbleibend, haben sich die Freunde in die Wohnung einer von ihnen begaben, um die Veranstaltung in einer entspannten häuslichen Umgebung fortzusetzen (natürlich, nehmend einer Flasche Cognacs mit).
Als Peter nach Hause gehen wollte, war es schon spät in der Nacht. Die Alkoholdämpfe habe sein Verstand übertroffen und anstatt nach Hause zu gehen, begab er sich in eine vom Wind ungeschützte Kneipe in einem nahegelegenen „Schlafviertel“. Dort hat unser Held schließlich einen korrekten Fokus erlangt und plötzlich hat seinen ehemaligen Kollegen entdeckt. Der Kollege war froh ihn zu treffen und sie haben sofort noch mehr zum Trinken bestellt (hundert Gramm, wie wir wissen, ist noch nicht das Ende …)
Nach einer Weile setzte sich neben sie ein ziemlich seltsames Paar – ein gut gekleideter Mann orientalischen Typs und nicht sehr gut gekleidete Frau mit abgezehrtem Gesicht und einem Glasblick. Aber die Kollegen, die sich schon unter einem hohen Grad des Betrinkens befanden, haben keine Aufmerksamkeit auf den deutlichen Kontrast in Kleidung und Erscheinung von Menschen, die neben ihnen saßen, geschenkt.
Nach einiger Zeit begann ein ehemaliger Kollege vom Peter sich auf der „linken Flügel“ zu neigen, und Peter ging ihn zu einem Taxi zu bringen und hinterließ sorglos sein, nicht zu Ende getrunkenes, Kaffee und einen Gin Tonic auf dem Tisch. Als er zurückkam, dieses komisches Paar saß weiterhin an der gleichen Stelle und sprach leise über etwas. Peter trank seinen Kaffee und Gin Tonic zu Ende, und wollte gerade aufstehen um zu einem Taxistand zu gehen. Doch aus irgendeinem Grund sein Kopf  anfing zu brummen, die Arme und Beine versagten und es flimmerte vor den Augen, wie im Fernseher, der von der Antenne getrennt wurde … Wenn er fühlte, dass er gleich kollabieren wird, hat Peter seine restlichen Kräfte gesammelt und taumelnd begab sich zum nicht weit von der Kneipe entfernten Taxistand.
Der gut gekleideter Mann folgte ihm, sprang in den Wagen, setzte sich neben Peter und sagte plötzlich: „Wir haben doch uns auf ein Besuch eingelassen“.
„Was für ein Besuch?“ – hatte Peter beinahe geschafft zu denken und kollabierte.
Er wachte in dem Moment auf, wenn der Fahrer ihn hart aus seinem Auto hinausschob und murmelte mürrisch: „Wir sind schon angekommen.“ Peter stieg aus dem Auto und durch die Trübung in seinen Augen sah er, dass das Auto nicht weit von dem Ort steht, wo er auch eingestiegen ist. Er ging in die Richtung seines Hauses, ihm war ziemlich übel, in seinen Mund spürte er komischen Beigeschmack, die Beine wollten sich kaum bewegen. Nach einiger Zeit erreichte er doch sein Haus, wo er ohne sich auszuziehen, fiel auf das Bett und für eine lange Zeit stürzte er in ein schwarzes bodenloses Loch ein.
Er hat für mehr als einen Tag geschlafen, und als er aufwachte, stellte er fest, dass vierhundert Euro aus seinem Portmonee verschwunden sind, seine Plastiktüte mit persönlichen Gegenständen und einen Baseball-Cap fehlten auch. Peter machte sich auf dem Weg zum Drogenuntersuchungslabor und machte die Tests zur Clonidin-Bestimmung. Doch Clonidin wurde in seinem Körper nicht gefunden. Offenbar war es eine wenig bekannte Droge pflanzlichen Ursprungs, die ein „süßes Pärchen“ entweder in sein Getränk eingegossen oder zugegeben hat, während er seinen ehemaligen Kollege zum Taxi brachte. Gut, dass die Nieren und das Herz von Peter mehr oder weniger gesund sind, und die Dosis war klein (anscheinend, waren sie Profis), ansonsten könnte es ziemlich tragisch enden.
Peter ging zur nächsten Polizeistation und erstattete dort eine Anzeige, wo er stundenweise und minutengenau diesen missglückten Abend beschrieben hat.  Ein Ermittler für besonders wichtige Fälle (zumindest, stellte er sich so vor) hatte ein langes Gespräch mit Peter geführt und versprach ihm alles zu klären und sicherlich den Räuber-Giftmischer zu finden. Peter bekam ein dickes Album mit einer Menge von Gangster Gesichter, aber das Foto vom Giftmischergesicht war darunter nicht da.
Wie sich später herausstellte, hatte der Ermittler sein Wort nicht gehalten, sondern reichte nur die „hoffnungslose  Fallakte“ zum Bezirkspolizeikommissar ein  (Sie verstehen es doch, es ist kein „königlicher Fall“ …). Doch der Bezirkskommissar vernahm die ganze Klicke vom Peter um zu versuchen an irgendjemand von ihnen die Straftat „zu hängen“. Aber schließlich hat er begriffen, dass sie nichts mit dieser Angelegenheit zu tun hatten, und ließ sie alle zu Ruhe (aber sie hatten Glück, da sie den relativ verständigen Polizisten erwischt hatten).
Doch der Giftmischer und seine Komplize haben sich wie in der Luft aufgelöst, obwohl Peter mehrere Male spät abends in die, wohl für ihn ziemlich bekannte Kneipe, ging und sorgfältig das dort sitzende Publikum betrachtete. Auf die Polizei hatte er keine Hoffnung. Und bald traf er den Giftmischer in der Gesellschaft von drei unangenehmen Typen in der Nähe des Hauptbahnhofs. Auf dem Kopf  vom Giftmischer sah er seinen verschwundenen Baseball-Cap.

 

 

Übersetzung von Alla Rosco
Hannover, den 17.12.15

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Über IF: Vitaly Shnayder

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