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Mathildehöhe: ein Museum unter freiem Himmel

Es gibt in Deutschland Orte, die man früher oder später besuchen muss. Mathildenhöhe Darmstadt gehört dazu. Im Laufe von 14 Jahren von 1900 bis 1914 lebten und arbeiteten hier viele moderne Künstler und Architekten, die Aufbruch zur neuen Architektur schufen. Sie wurden von dem Darmstädter Großherzog Ernst Ludwig nach Hessen eingeladen. Heute 100 Jahre später ist Mathildehöhe der Anziehungspunkt Hessens für Besucher aus aller Welt.

 

Höhepunkte des Ensembles

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Was kann man hier sehen? Es ist ein Ensemble, die aus verschiedenen Gebäuden, Mosaiken und Skulpturen besteht. Die russische orthodoxe Kirche zierte die Mathildenhöhe schon vor der Gründung der Künstlerkolonie: sie wurde 1899 erbaut. Zar Nikolaus der Zweite, der mit Prinzessin Alix von Hessen verheiratet war, hatte den Wunsch geäußert, hier eine russische Kapelle bauen zu lassen. Während ihrer Aufenthalte in Darmstadt besuchte die Zarenfamilie diese Kirche. Der letzte Besuch in der Kapelle war im 1910. Heute ist die Kirche für alle orthodox Gläubige geöffnet.

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Ein anderer Mittelpunkt der Gesamtanlage ist der Hochzeitsturm, ein Wahrzeichen Darmstadts. Er wurde vom österreichischen Architekt Josef Maria Olbrich(1867-1908) geschaffen, der auch Ausstellungsgebäude und viele andere Projekte durchgeführt hat.

Als Anlass für den Bau des 48,5 m hohe Hochzeitsturms war die Eheschließung vom Großherzog Ernst Ludwig. Der Turm wurde 1908 geöffnet und wurde bald zur einem der markantesten Bauwerke der Jugendstilarchitektur. Auch die Innenausstattung des Turmes ist wunderschön, besonders die schöne Mosaiken, die von Friedrich Wilheim Kleukens geschaffen wurden.

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So sehen Glück und Harmonie in der Liebe aus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Turm beschädigt und blieb lange geschlossen. In den 80er Jahre fing man langsam an den Hochzeitsturm zu sanieren. So gelang es, die Aussichtsplattform für Besucher zu eröffnen und Bräute und Bräutigams bekamen wieder die Möglichkeit ihren besten Tag im Leben hier zu feiern.

Ein Spaziergang über die Mathildenhöhe

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Das Südportal des Museumsgebäudes.

Wer waren außer Josef Olbrich andere Mitglieder der Gruppe?

Peter Berens, Rudolf Bosselt, Hans Cristiansen, Ludwig Habich, Daniel Greiner, Paul Haustein, Friedrich Kleukens, Albin Müller und viele andere Künstler und Architekten. Die Besetzung der Artkolonie änderte sich: einige Künstler verließen die Kolonie, andere kamen dazu. 1901 nach Entwurf von Olbrich wurde gemeinsames Ateliergebäude der Künstlerkolonie gebaut. Hier konnten die Mitglieder arbeiten und ihre Werke bewahren. Das Südportal des Hauses wurde von sechs Meter großen Statuen „ Mann“ und „Weib“ von Ludwig Habich geschmückt. Heute ist hier die Museum Künstlerkolonie untergebracht.

Insgesamt gab es hier vier Ausstellungen: 1901, 1904, 1908 und 1914. Man konnte nicht nur Bilder, Plakate, Textilien, Möbel; Buchkunst, sondern auch Häuser, die in der Nähe entstanden, bewundern.

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Haus Berens.

Der erste Weltkrieg brachte das Ende der Künstlerkolonie. Viele Jahre waren die einzigartigen Gebäuden, Reliefs und Mosaiken in Dornröschens Schlaf. Nun geht es langsam vorwärts. Zum Freunde aller Kunstliebhaber und Einheimischen.

                                                            Lina Zasepskaya, Text und Fotos.

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Lina Zasepskaya

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