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Eine russische Kolonie in Potsdam

Es ist schwierig es sich vorzustellen, aber es ist wahr: nur 30 Kilometer von der deutschen Hauptstadt gibt es eine russische Kolonie, die aus 14 im russischen Stil gebauten Holzhäusern besteht. Neben der Kolonie ist eine russische Kirche.

 

 

Wie „Alexandrowka“ gegründet wurde

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Foto v. Lina Zasepskaya.

Das entstandene russische „Dorf“ geht auf die freundschaftliche Beziehung zwischen Preußen und Russland, Alexander dem Ersten und Friedrich Wilhelm III zurück.

1806 eroberte Napoléon Preußen, nun musste das Land den französischen Imperator in seiner russischen Kampagne unterstützen. So gelangen viele russische Soldaten nach Preußen. 1813 wird Preußen Partner von Russland im Kampf gegen Napoléon, aus ehemaligen Gefangenen bildete sich ein Regiment und einen russischen Chor, der den Geist der Menschen beflügelte…

Alexander und Friedrich wurden zum engen Freunden, die beiden treffen sich oft miteinander, die ältere Tochter von Friedrich Charlotte wurde zur Ehefrau von Nikolaus, dem Bruder von Alexander. Zar Alexander erlaubte den Verbleib des Soldatenchors in Preußen. Als er 1825 starb, lebten in Preußen noch 12 russische Sänger.

1826 ließ Friedrich eine Russische Kolonie im Norden Potsdams bauen. Die Anlage sollte als Heim für die russischen Sänger dienen und wurde zu Ehren vom verstorbenen russischen Zar Alexandrowka genannt. Peter Joseph Lenne führte das ganze Projekt durch. So entstand eine Anlage aus 14 Holzhäusern im russischen Stil mit Gärten und Alleen, die in der Mitte das Andreaskreuz bildeten. Die Häuser wurden zwischen den russischen Sängern verteilt: Unteroffiziere bekamen zweistöckige Häuser, Soldaten- einstöckige. Nach dem Willen des preußischen Königs wurden Häuser Musikanten für ihr ganzes Leben gegeben. Man konnte sie nicht verkaufen, aber erben. Nur wenn es in einer Familie direkte männliche Nachkommen gab. Die Familien sollten selber Kartoffel und Gemüse pflanzen und sich versorgen. Eheschließungen zwischen Russen und Deutschen wurden gefördert, Kinder lernten die russische Sprache, die Familien besuchten die russische Kirche, die bald auch in der Nähe eingerichtet wurde.

Ihre Geschichte ist auch hochinteressant. Der Grundstein der Kirche wurde am 11 September 1826 in Anwesenheit von Friedrich gelegt. Man widmete die Kirche dem Heiligen Alexander Newski. Der Architekt Karl Friedrich Schinkel schuf das Projekt, als Vorbild diente eine Kiewer russische Kirche, die von Vasilij Stasow geschaffen wurde.

1829 wurde die Alexander-Newski- Kirche eingeweiht. Sie befindet sich am Kapellenberg in der Nähe von Alexandrowka.

Gestern und heute

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Hary Soerijanto in einem Saal des Museums.

Foto v. Hary Soerijanto.

Natürlich ist für uns die folgende Geschichte des Dorfes interessant. Nach 100 Jahren   der Kolonie lebten direkte Nachkommen von russischen Sängern nur in vier Häuser, heutzutage in drei. Das ist die sechste und sogar siebte Generation der ehemaligen Sänger. Während einer so langen Zeit, fast 200 Jahre, verfielen viele Häuser. Nach der Wende und Wiedervereinigung hat Hermann Kremer, ein Arzt aus Westdeutschland und Liebhaber von Geschichte und Architektur über die Alexandrowka erfahren. 1996 kaufte er eins von den Häusern. Das einst schöne Gebäude sollte vor dem endgültigen Verfall bewahrt und rekonstruiert werden. Kremer gründete eine Stiftung, deren Ziel die Rekonstruktion von Häusern und Gärten wie von der Alexandrowka und auch die Errichtung eines Hauses zum Museum, in dem man über die Geschichte der Alexandrowka erfahren konnte, über die russisch- deutschen Beziehungen und über das Alltagsleben und Schicksale von Kolonisten und deren Familien.  

2005 wurde das Museum feierlich eröffnet. Es ist nicht groß, aber interessant und wird heutzutage von Hary Soerijanto geleitet. Außer der Ausstellung gibt es hier vieles zu entdecken. Man feiert hier russische Feste, hier gibt es Konzerte von russischem Sänger. Auf die http:// www.alexandrowka.de kann man mehr über die aktuellen Veranstaltungen erfahren und viele Informationen über das russische Dorf erhalten.

In einem anderen Gebäude des Dorfes findet man heute ein russisches Restaurant, das verschiedene Gerichte russischer Küche anbietet. Die russische Alexander-Newski-Kirche ist auch für alle Besucher offen.

                                                                                

Lina Zasepskaya.

 

 

русская православная церковь заграницей иконы божией матери курская коренная в ганновере

Über IF: Lina Zasepskaya

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